Autobranche verspricht weniger Benzinverbrauch
Die Schweizer Autoindustrie wehrt sich gegen neue gesetzliche Massnahmen, um den Treibstoff-Verbrauch zu senken. Gemäss einer von ihr vorgestellten Studie werden die Autos dank neuer Technologien weniger Sprit verbrauchen. Wenn auch mit mehrjähriger Verspätung.
Der Vorwurf ist alt: die Autos werden immer schneller und der Benzinverbrauch sinkt nicht. Schon zu Beginn der 60er Jahre hat ein durchschnittliches Auto rund sieben bis acht Liter «konsumiert».
Trendwende?
Nun sprach der Direktor der Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure(VSAI), Hanspeter Schick, am Dienstag (15.05.) von einer Trendwende im vergangenen Jahr. Der Treibstoffverbrauch konnte gegenüber dem Vorjahr um exakt 2,56% gesenkt werden.
Diese genauen Zahlen verdanke man einer Studie des Dynamic Test Center DTC in Vauffelin im Kanton Bern. Dann macht die Studie einen Zeitsprung: Im Jahr 2008 werde der Durchschnitts-Verbrauch für Benzinfahrzeuge bei 6,8 Litern pro 100 Kilometern liegen, für Dieselfahrzeuge sogar bei 5,8 Litern.
Der durchschnittliche Flottenverbrauch werde bei 6,5 Litern liegen. Gegenüber 1999 entspreche dies einer Reduktion um 22,6% für Benzinfahrzeuge und 20,7% für Dieselfahrzeuge.
Keine neuen Gesetze, bitte!
Obwohl die vom Bund vorgegebenen Ziele zur Reduktion des Treibstoff-Verbrauchs um 15% erst mit mehrjähriger Verspätung erreicht werden, lehnt die Auto-Industrie neue gesetzliche oder polizeiliche Massnahmen ab. Massnahmen könnten sein: Ein Bonus/Malus-System, einen Zertifikatshandel oder sogar Zulassungs-Beschränkungen. Auch eine CO2-Abgabe dränge sich nicht auf.
Künftig sollen Autokäufer neben den Verbrauchs-Angaben auch erfahren, wie gross die CO2-Emissionen ihres Autos sind.
swissinfo und Agenturen
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