Der Schweiz steht Konjunktur-Abkühlung bevor
Die Konjunktur in der Schweiz wird nach Ansicht der Konjunkturforschung Basel (BAK) in den kommenden Monaten an Schwung verlieren. Laut BAK wird die Abkühlung bereits im Laufe des Sommers spürbar sein.
Sowohl im Euroraum als auch in den USA hat sich die Konjunktur in den letzten Monaten deutlich abgeschwächt. Glaubt man der BAK, hinterlässt die Abschwächung dieser Wirtschaftsräume ihre Spuren bald auch in der Schweiz.
Zwei Gründe seien für die Wachstums-Abschwächung in den kommenden Quartalen ausschlaggebend, schreibt die BAK in ihrer Juni-Ausgabe des Informations-Blattes «CH-Plus»: Das Wachstum sowohl der Warenexporte als auch der Ausrüstungs-Investitionen verlangsame sich merklich.
Noch immer solides Wachstum
In Fahrt gehalten werde der Schweizer Konjunkturmotor aber weiterhin von den privaten Konsumausgaben. Insgesamt sei das Wachstum der Schweizer Wirtschaft immer noch breit abgestützt und sehr robust.
Für das Jahresende wird erwartet, dass die Weltwirtschaft wieder anzieht. Laut BAK wird sich zu diesem Zeitpunkt auch die Konjunktur in der Schweiz wieder verbessern. Trotz der Abkühlung im Sommer geht die BAK für 2001 deshalb davon aus, dass das reale Bruttoinland-Produkt (BIP) unverändert um 2,2% wächst.
Rückgang der Investitionen
Eine merkliche Abschwächung erwartet die BAK dagegen bei den Anlage-Investitionen. Die Wachstumsrate werde sich 2001 mit 2,8% (Vorjahr 6,8%) mehr als halbieren. Ausschlaggebend dafür sei der Abschwung bei den Ausrüstungs-Investitionen, die im laufenden Jahr nur noch um 3,2% (Vorjahr 10,3%) wachsen dürften.
Zuversichtlich äussert sich die BAK auch zum Konsum von Herr und Frau Schweizer. Der private Konsum werde mit Wachstumsraten von 1,9% für 2001 und 2,0% für 2002 die Stütze der Konjunktur bleiben. Das Konsumklima in der Schweiz könne insgesamt weiterhin als sehr gut bezeichnet werden.
Weiterhin tiefe Teuerung und Arbeitslosigkeit
Die Teuerung bleibt nach Ansicht der BAK tief. Die Konsumenten-Preise dürften 2001 um 1,4% und 2002 um 1,8% steigen. Seit nunmehr sieben Jahren herrscht in der Schweiz Preisstabilität mit einer Jahres-Teuerung von unter 2%.
Stabil bleibe auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosen-Quote dürfte nur leicht von 1,7% auf 1,8% steigen. Für 2001 rechnet die BAK im Schnitt mit 63’300 Personen ohne Arbeit, und für 2002 mit 64’500.
swissinfo und Agenturen
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