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Grösste Schweizer Bank mit 29 Prozent weniger Gewinn

Keystone

Die Abschwächung an den Finanzmärkten und die Integration der US-Investmentbank PaineWebber haben bei der UBS im ersten Quartal 2001 Spuren hinterlassen. Der Reingewinn der UBS nahm im ersten Quartal 2001 deutlich um 29 Prozent auf 1,579 Mrd. Franken ab

Es sei jedoch zu berücksichtigen, dass das Vorjahresquartal wegen boomender Finanzmärkte sehr gut gewesen sei, teilte die grösste Schweizer Bank am Dienstag (15.05.) mit.

Darüber hinaus drückten Goodwill-Abschreibungen und höhere Personalkosten wegen der Integration von PaineWebber auf das Ergebnis. Ohne deren Berücksichtigung wäre der Reingewinn des UBS-Konzerns innert Jahresfrist um 19 Prozent gesunken.

Am unteren Rand der Erwartungen

Mit 1,579 Mrd. Franken liegt der Reingewinn am unteren Ende der Erwartungen von Finanzanalysten. Konzernchef Luqman Arnold bezeichnete das Ergebnis auf Grund des schwierigeren Umfeldes dennoch als vielversprechend. Die Kosten seien unter Kontrolle.

Der Start in das laufende Geschäftsjahr sei gelungen. Dennoch dürfte es schwierig werden, die guten Vorjahresergebnisse auf Konzernstufe im ganzen Geschäftsjahr zu übertreffen, sagte Arnold. Diese Meinung wurde von Finanzanalysten grundsätzlich geteilt.

Die Goodwill-Abschreibungen bei PaineWebber, verteilt über 20 Jahre, würden die Rechnung zwar weiterhin belasten. Dem stünden jedoch höhere Erträge aus der Übernahme gegenüber, sagte Christoph Bieri, Bankanalyst bei der Banca del Gottardo.

Positiver Neugeldzufluss

Erfreulich sei, dass die UBS erstmals seit der Fusion im Jahre 1998 in allen Unternehmens-Einheiten einen Zufluss an Neugeld verzeichnet habe. Dieser betrug im ersten Quartal 2001 auf Konzernebene insgesamt über 21 Mrd. Franken.

Die sich abzeichnende Trendumkehr habe sich damit bestätigt. Die verwalteten Vermögen nahmen gegenüber der Vorjahresperiode total um 38 Prozent auf 2’438 Mrd. Franken zu. Verglichen mit dem vierten Quartal 2000 resultierte dagegen eine leichte Abnahme um 1 Prozent.

Verlust im Private Equity

Negativ überrascht hat die UBS dagegen mit einer Verlust von 282 Mio. Franken im Private Equity (Beteiligungen an Unternehmen). Weil sich die Qualität der Anlagen verschlechtert habe, musste die Grossbank bedeutende Abschreibungen auf dem Portfolio vornehmen.

Der Zeitpunkt für den Verkauf von Beteiligungen sei wegen des schwierigen Marktumfeldes schlecht gewesen, was die Erträge gemindert habe, sagte UBS-Sprecherin Larissa Alghisi. Zugleich seien wegen der Portfolio-Neubewertung höhere Kosten angefallen.

Sie dürften sich jedoch im laufenden Jahr kaum wiederholen. Für das weitere Geschäftsjahr rechnet die UBS daher mit einem Gewinn im Privat-Equity-Geschäft.

UBS-Aktien legt zu

Die Börse reagierte zunächst verhalten auf die UBS-Zahlen. Nach einer tieferen Eröffnung zogen die Kurse jedoch deutlich an. Gegen 11.30 Uhr notierten die UBS-Namenaktien in einem leicht festeren Gesamtmarkt mit 256 Franken um 8,5 Franken oder 3,43 Prozent höher.

swissinfo und Agenturen

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