Mehr Medikamenten-Sicherheit im Spital
Eine Datenbank soll Abhilfe gegen Medikations-Fehler im Spital schaffen. Die Datenbank soll freiwillig, anonym und per Internet zugänglich sein.
Rund 250 Apotheker, medizinische Leiter und Krankenschwestern haben sich am Donnerstag (26.04.) in Freiburg mit der Medikamentensicherheit im Spital beschäftigt. Der erste nationale Kongress wollte insbesondere die medizinischen Leiter, die Spitalapotheker und das Pflegepersonal für die Medikamenten-Sicherheit im Spital sensibilisieren.
Die angekündigte Datenbank soll nach dem Vorbild der Basler Datenbank zu Anästhesie-Fehlern aufgebaut werden. Mit ihr sollen die Profile typischer Fehler entdeckt und Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden können. Zudem soll sie quantitative Angaben ermöglichen. Für die Fachleute war klar, dass Freiwilligkeit und Anonymität bei der Meldung von Fehlern am meisten bringen soll.
Ein Drittel der Komplikationen vermeidbar
Laut ausländischen Studien kommen bei zehn Prozent der hospitalisierten Patienten Komplikationen im Zusammenhang mit einem Medikament vor. Ein Drittel dieser Komplikationen könnte vermieden werden, weil sie auf menschliche Fehler zurückgehen.
Allerdings gibt es eben Personalmangel, und die Medikamenten-Gabe wird immer komplexer.
Menschliches Versagen und komplizierte Abläufe – letzten Winter starben beispielsweise im Berner Inselspital Neugeborene, weil in der Spitalapotheke Medikamente verwechselt worden waren. Nicht immer werden aber die Fehler bekannt – die Dunkelziffer bei den Medikations-Fehlern ist gross. Die Datenbank will da nun Abhilfe schaffen.
Die Kongressteilnehmer haben beschlossen, in zwei, drei Jahren eine erste Bilanz zu ziehen.
swissinfo und Agenturen
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