Mehrheit sagt Ja zum Bankkundengeheimnis
Die Schweizer Bevölkerung steht laut einer Umfrage nach wie vor hinter dem Bankkundengeheimnis. Wie die jüngste Image-Umfrage im Auftrag der Schweizerischen Bankier-Vereinigung (SBVg) weiter ergab, findet aber eine Mehrheit, die Banken täten noch nicht genug gegen Geldwäscherei.
Mehr als vier Fünftel der befragten 1’003 Stimmberechtigten bezeichneten es als grundsätzlich richtig, dass die Schweiz ein Bankkundengeheimnis hat. Die Umfrage wurde im vergangenen März und April vom Meinungs-Forschungs-Institut MIS Trend durchgeführt.
Zustimmung wächst
Der Vergleich mit den letzten Umfragen zeigt, dass die Zustimmung zum Bankkundengeheimnis sogar noch etwas stärker geworden ist. 82% der Befragten sprachen sich dafür aus, verglichen mit 73 und 77% in den beiden vorangegangenen Jahren.
72% sagten zudem wie im Vorjahr, die Schweiz solle dem internationalen Druck auf das Bankkundengeheimnis nicht nachgeben. «Der Schutz der Privatsphäre ist ein sehr wertvolles Gut, und die Schweizer Bevölkerung (…) steht mit überwältigender Mehrheit dahinter», kommentierte der Vorsitzende der SBVg-Geschäftsleitung, Urs P. Roth, die Resultate.
Für bessere Bekämpfung der Geldwäscherei
Ein zweispältiges Ergebnis brachte die Umfrage zu dem erstmals erhobenen Themenkomplex «Geldwäscherei und Potentaten-Gelder»: Knapp zwei Drittel der Befragten fanden, dass die Banken zur Bekämpfung der Geldwäscherei und der Potentaten-Gelder nicht genug tun.
Die Bankier-Vereinigung führt dies auf einen ungenügenden Kenntnis-Stand in der Bevölkerung zurück. Denn auf die Nennung von einzelnen Massnahmen, die die Banken ergriffen haben, wurden diese von 64% der Befragten als «sehr wirksam» oder «eher wirksam» beurteilt.
Eigene Bank wird positiv bewertet
Wie schon in den Vorjahren zeigte sich, dass das allgemeine Image der Banken zwar gut, aber deutlich tiefer als jenes der eigenen Bank ist. 53% der Befragten bezeichneten ihr Verhältnis zur Banken-Branche als gut oder sehr gut; 19% haben eine negative oder sehr negative Einstellung.
Klar hervorgehoben wird die volks-wirtschaftliche Bedeutung der Banken: 59% der Befragten sehen einen sehr engen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Banken und dem Wohlstand der Schweiz. In der Einschätzung der volks-wirtschaftlichen Bedeutung belegen die Banken auch dieses Jahr den ersten Rang knapp vor der chemischen Industrie sowie der Informatik- und Telekommunikations-Branche.
Knausrig gegenüber KMU
Ein Imageproblem haben die Banken nach wie vor bei ihrem Umgang mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU): 65 Prozent vertraten die Auffassung, die Banken täten zu wenig für die KMU. Hier hat sich das Image im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren sogar noch verschlechtert, wobei die Grossbanken erneut schlechter abschnitten als die lokal verankerten Institute und die Kantonalbanken.
Im Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung der Banken erwarten die Befragten nebst der Unterstützung der KMU auch die Förderung von jungen Unternehmen.
swissinfo und Agenturen
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