Palastrevolution bei der SGS: Aktionäre werfen Salina Amorini aus Verwaltungsrat
Die Aktionäre des Genfer Wareninspektions-Konzerns Société Générale de Surveillance (SGS) haben die frühere Präsidentin und Konzernchefin Elisabeth Salina Amorini mit grossem Mehr als Verwaltungsrätin abgewählt. Der Antrag des Verwaltungsrats für die Einheits-Aktie wurde klar genehmigt.
Die Abwahl der Nachfahrin der Gründerfamilie und ehemaligen starken Frau der SGS – bis im September 1998 war sie auch Konzernchefin – hatte Verwaltungsrats-Präsident Max Amstutz auf die Traktandenliste gesetzt. «Es ist nicht mehr möglich, mit ihr zusammenzuarbeiten», hatte er verlauten lassen.
Verhalten schadet der Gesellschaft und den Aktionären
Amstutz hatte die Abwahl seiner Intimfeindin damit begründet, dass das Verhalten Amorinis der Gesellschaft schade, und auch den Interessen der Aktionäre. Amorini wiederum warf Amstutz vor, seit seiner Wahl zum Präsidenten im Oktober 1998 ihre Rechte systematisch beschnitten zu haben.
Sie strengte auch Klagen gegen die SGS an.
Bereits vor der GV einig
Was die Einheitsaktie betrifft, so hatten sich die wichtigsten Aktionäre schon vor der Generalversammlung geeinigt. Es handelt sich um den Deutschen August von Finck, die Rentenanstalt/Swiss Life und die zum Imperium der italienischen Industriellen-Familie Agnelli gehörende französische Finanzgesellschaft Worms & Cie.
Klage wahrscheinlich aufrecht erhalten
Die Enkelin des Firmengründers hatte im vergangenen Oktober bei einem Genfer Gericht eine Klage gegen die SGS eingereicht, weil sich deren Verwaltungsrat weigere, sie mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Eine Woche später reichte Salina Amorini eine zweite Klage ein. Darin wirft sie dem Verwaltungsrat vor, mit seiner Informationsverweigerung gegen das Obligationenrecht zu verstossen.
Diese Klagen werden wahrscheinlich aufrechterhalten. Für den Anwalt Salina Amorinis gibt es keinen Grund, daran etwas zu ändern.
swissinfo und Agenturen
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