Papierlose geben nicht auf
Eine Woche besetzen nun so genannte Papierlose die Kirche St. Paul in Freiburg. Ein Ende der Aktion ist nicht in Sicht. Die Besetzerinnen und Besetzer schliessen einen Abbruch oder einen Umzug in andere Kirchen kategorisch aus.
Die Papierlosen (Leute, die sich illegal in der Schweiz aufhalten) haben ein entsprechendes Angebot des Oberamtmanns des Saanebezirks, Nicolas Deiss, abgelehnt, wie Gaétan Zurkinden, Mitkoordinator des Besetzer-Kollektivs, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. «Eine Annahme des Angebots würde die Dynamik unserer Bewegung stoppen», sagte Zurkinden.
Von seiten der Quartierbevölkerung komme es zu keinerlei Anfeindungen. So sei ein Quartierfest am Wochenende problemlos abgelaufen; die an der Besetzung beteiligten Frauen und Kinder hätten die Kirchgemeinderäume für das Fest geräumt und hätten bei Nonnen Unterschlupf gefunden. Die Männer hätten in der Kirche übernachtet.
Treffen mit Gewerkschaftern
Am Montag (11.06.) erhielten die Besetzer Besuch von einer Delegation aus Brasilien, die ihnen die Unterstützung der brasilianischen Papierlosen und der brasilianischen Nicht- Regierungs-Organisationen zusicherte.
Auch in Lausanne
Ausser in Freiburg fordern zur Zeit auch in Lausanne mehrere Dutzend Papierlose mit Kirchen-Besetzungen kollektive Aufenthaltsbewilligungen. Volkswirtschaft-Minister Pascal Couchepin hatte am Sonntag in einem Interview eine Legalisierung der Papierlosen mit dem Hinweis auf den befürchteten Immigrations-Druck abgelehnt.
swissinfo und Agenturen
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