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Schweizer Agrar-Subventionen immer noch OECD-Spitze

Die Schweizer Produzenten-Preise sind laut OECD noch immer drei Mal höher als die Weltmarktpreise. Keystone

Mit jährlichen Stützungen von 7,5 Mrd. Franken hat die Schweizer Landwirtschaft noch immer ein sehr hohes Subventionsniveau. Laut dem am Freitag (04.05.) vorgestellten Monitoring-Bericht der OECD sind weitere Reformen unumgänglich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Die Schweizer Landwirtschaft zeichnet sich weiterhin durch hohe Stützungen und geringe Orientierung am Weltmarkt aus, wie der jährlich erscheinende Landwirtschaftsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) feststellte. Der Stützungsanteil von 71 Prozent konnte zwar im Jahr 2000 leicht reduziert werden, verglichen mit den 38 Prozent der EU und den 22 Prozent der USA war er aber noch immer sehr hoch.

Zu hohe Produzenten-Preise

Die laufende Verschiebung von Marktpreisstützung zu Umwelt- und anderen Zahlungen habe die Nachhaltigkeit und die Marktorientierung potenziell gestärkt, stellte die OECD der Schweiz auch ein Lob aus. Indem der Anteil der Budgetzahlungen gegenüber der Marktpreisstützung auf über 40 Prozent gesteigert wurde, habe sich die Zusammensetzung der Stützung in den letzten Jahren stark verändert.

Als Teil des Reformprogramms «AP 2002» seien Preisgarantien abgeschafft und die Differenz zwischen den inländischen und den Weltmarktpreisen reduziert worden. Dennoch seien die Schweizer Produzenten-Preise noch immer drei Mal höher als die Weltmarktpreise.

Zusätzliche Reformen nötig

Die OECD kritisierte die politischen Entscheide von Anfang Jahr, die Stützung der Milchwirtschaft nicht im vorgesehenen Ausmass zu reduzieren und einen zusätzlichen Flächenbeitrag für offene Ackerflächen und Dauerkulturen einzuführen. Dadurch werde die in «AP 2002» vorgesehene Reduktion der produktgebundenen Stützung gefährdet. Da der Agrarschutz in der Schweiz weiterhin beträchtlich über dem OECD-Durchschnitt verharre, erschienen weitere Reformanstrengungen nötig, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Bundesamt kritisiert Berechnungs-Methoden

Im Vergleich zu anderen Ländern mit hohem Stützungsniveau falle das OECD-Urteil für die Schweiz positiv aus, begrüsste das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) den Bericht. Insbesondere die unter dem Programm «AP 2002» eingeleiteten Reformen hätten zu einer verbesserten Einschätzung geführt.

Die von der OECD zur Berechnung der Agrarstützung verwendete PSE-Methode (Producer Support Estimate) beurteilt das BLW skeptisch, da diese nicht zwischen Marktpreisstützung und von der Nahrungsmittel-Produktion entkoppelten Direktzahlungen unterscheide. Eine solche Unterteilung würde zeigen, dass die kompensatorischen und produktungebundenen Ausgaben in den 90er Jahren stark gestiegen seien. Das BLW werde sich dafür einsetzen, dass die Berechnungs-Methoden der OECD den Schweizer Reformen besser Rechnung tragen würden.

swissinfo und Agenturen

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