Wieder mehr Milch
Die Schweizer Milchbauern dürfen dieses Jahr 90 Mio. Liter mehr Milch produzieren. Der Bundesrat hat beschlossen, die Gesamt-Menge der Milch-Kontingente um drei Prozent zu erhöhen. Die Produzenten sind mit diesem Beschluss zufrieden.
«Die Marktsituation ist im Moment günstig», erklärte Andreas Galler vom Bundesamt für Landwirtschaft(BLW) gegenüber swissinfo. Milchvertreter und Milchproduzenten erachteten aufgrund der anhaltend guten Verfassung der Milchprodukte-Märkte eine Anpassung der Gesamt-Menge als vertretbar.
Milchprodukte sehr beliebt
Die Schweizer Milchbauern blicken auf ein Rekordjahr zurück. Sie lieferten im abgelaufenen Milchjahr 3,197 Mio. Tonnen Milch an die Molkereien und Käsereien ab und ermöglichten, dass so viel Käse produziert wurde wie noch nie. «In der Schweiz wie auch im Ausland werden mehr Milchprodukte konsumiert», bestätigte Galler.
Für die Milchbauern bedeute dieser Beschluss «ein bisschen mehr Flexibilität», fügte Galler hinzu. «Wir sind den Produzenten entgegengekommen. Sie können so die Mehrmengen vom Vorjahr in diesem Jahr besser kompensieren.»
Massnahmen gegen Milchschwemme
Am 1. Mai 1979 war in der Schweiz wegen Überproduktion die Milch-Kontingentierung eingeführt worden. Seither besteht dieses mengen-beschränkende Instrument.
Eine Erhöhung der Kontingente per 1. Mai 2001 stand bereits im vergangenen Winter zur Diskussion, wie das Eidgenössische Volkswirtschafts-Departement (EVD) am Mittwoch (16.05.) mitteilte. Nach einer Aussprache mit den Produzenten-Organisationen habe das EVD im Januar jedoch den Antrag auf eine generelle Erhöhung der Kontingente zurückgestellt.
Die zusätzliche Menge im Umfang von drei Prozent entspricht 90’000 Tonnen, die nun zu den zu Beginn des Milchjahres am vergangenen 1. Mai erteilten Kontinente hinzukommen.
Zusammen mit der Anpassung der Gesamt-Menge werden auch die Zusatzkontingente erhöht. Wer in diesem Jahr ein Tier aus dem Berg-Gebiet zukauft, erhält demnach im folgenden Milchjahr neu 2’000 Kilogramm anstatt 1’500 Kilogramm zugesprochen.
swissinfo
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