Forschungsteam feiert Erfolg bei Erdbeben-Experiment im Tessin
Forschende haben im Tessiner Gotthardmassiv erstmals kontrolliert die Erde beben lassen. Der Versuch sei "sehr erfolgreich" verlaufen, teilte die am Experiment beteiligte Hochschule RWTH Aachen am Mittwoch mit.
(Keystone-SDA) Über mehrere Tage pressten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Wasser mit hohem Druck in eine natürliche Bruchzone im «Bedrettolab». Ziel war es, kontrollierte Spannungsänderungen im Gestein auszulösen und damit gezielt Mikrobeben zu erzeugen. Genau das ist nun gelungen: Eine ganze Serie kleiner Erschütterungen, teilweise knapp unterhalb der Magnitude 0, wurde registriert. An der Erdoberfläche waren die Beben nicht spürbar.
Hunderte von hochsensiblen Sensoren waren in unmittelbarer Nähe der Verwerfung platziert. Die dabei gewonnenen Signale seien «unglaublich», erklärte Projektleiter Florian Amann von der RWTH Aachen. Man habe einen einzigartigen Einblick in die Erdbebenphysik erhalten.
An dem Experiment war auch die ETH Zürich beteiligt.