Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Auch wenn ich oft eine Uhr am Handgelenk trage, gehört Pünktlichkeit nicht zu meinen Stärken. Wahrscheinlich, weil ich meine Uhr mehr als Accessoire betrachte, als eine verlässliche Zeitangabe. Und damit zu unserem Briefing, das gleich mit einer gewichtigen Übernahme in der Schweizer Uhrenindustrie startet.
Freundliche Grüsse aus Bern
Rolex übernimmt Uhren- und Schmuckhändler Bucherer.
James Bond trug eine am Handgelenk wie auch Patrick Bateman von American Psycho. Nicht mit einem Auftritt auf Grossleinwand machte die Schweizer Luxusuhrenmarke heute Schlagzeilen, sondern mit der Übernahme des Uhren- und Schmuckhändlers Bucherer.
«Nachdem Jörg Bucherer in Ermangelung direkter Nachkommen die Entscheidung gefällt hatte, sein Unternehmen zu veräussern, hat Rolex beschlossen, den bislang eigenständigen Uhrenfachhändler zu übernehmen», schreibt Rolex in seiner Mitteilung. Die Marke Bucherer werde weiterhin eigenständig agieren und ihren Nahmen behalten.
Für die 2400 Angestellten des Unternehmens seien nach der Übernahme durch Rolex keine Änderungen vorgesehen. Diese Übernahme ist aussergewöhnlich, hat es doch in der Schweizer Uhrenindustrie lange keinen Deal in dieser Grössenordnung gegeben, schreibt der Tages-Anzeiger. Noch ist nicht alles unter Dach und Fach, der Verkauf ist erst nach der Zustimmung der Wettbewerbskommission wirksam.
- Warum der Kauf für Rolex so wichtig ist, lesen Sie im Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
- WatsonExterner Link hat die wichtigsten Punkte zur Übernahme zusammengefasst.
- Sechs Fakten über die Schweizer Uhrenindustrie können Sie in unserem 2017 erschienen Artikel von Kollege Samuel Jaberg nachlesen.
Schweizer Unterstützung für ungarische NGOs – gut gemeint aber umstritten.
Viele Nichtregierungsorganisationen, kurz NGOs, setzten sich für Minderheiten ein, beispielsweise für Asylsuchende oder Homosexuelle, sie stehen für weltweite Vernetzung und Regenbogenfamilien. Dies passt Ungarns Regierungschef Viktor Orbán nicht. Folglich werden den NGOs durch Gesetze und finanzielle Benachteiligung Steine in den Weg gelegt. Geld bekämen auffällig oft Organisationen, die der Regierung nahe stünden, sagt Andras Nun, Chef des Hilfswerks Autonomia gegenüber SRF.
Die EU und Norwegen haben Konsequenzen gezogen, Gelder wurden eingefroren und Norwegen zog sich finanziell aus Ungarn zurück. Die Schweiz dagegen gibt in den nächsten Jahren fast 88 Millionen Franken in Ungarn aus.
- Lässt sich das EDA übertöpeln? Lesen Sie den Artikel von SRF auf swissinfo.ch.
Daten zeigen gravierende Unterschiede im CO₂-Ausstoss je nach Vermögen.
Wer sehr reicht ist, hat einen grösseren CO₂-Fussabdruck als die weniger gut Betuchten. In einem anschaulichen Artikel zeigt der Tages-Anzeiger die Unterschiede beim CO₂-Ausstoss zwischen ärmeren und reicheren Schichten in der Schweiz auf.
Zum Beispiel: Laut der Datenbank des World Inequality Labs verursacht eine Person in der Schweiz, die ein niedriges Einkommen hat, einen CO₂-Ausstoss von 9 Tonnen. Unter den reichsten 1% ist der CO₂-Ausstoss pro Person jährlich 195 Tonnen CO₂.
Die Thematik wurde bereits von verschiedenen Politiker:innen aufgegriffen, denn auch mit dem Blick auf Europa zeigt sich, die reichsten Schweizer:innen gehören zu den grössten Umweltverschmutzer:innen in Europa.
- Den ganzen Artikel lesen Sie im Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
- Unser Dossier zum Klimawandel finden Sie hier.
- WatsonExterner Link hat anfangs August fünf «füdlieinfache Hebel» für Klima und Umwelt zusammengetragen.
Limoncelli ist beim Bundesgericht abgeblitzt.
Der ehemalige Frauenfelder Stadtschreiber Ralph Limoncelli ist heute wegen Wahlfälschung verurteilt worden. Das Bundesgericht hat das Urteil der Vorinstanzen gegen Limoncelli bestätigt. Er vermöge «keine relevanten Zweifel an seiner Täterschaft zu begründen», heisst es im Urteil.
Limoncelli soll bei den Grossratswahlen 2020 das Ergebnis mit manipulierten Wahlzetteln zulasten der GLP und zugunsten der SVP verfälscht haben. Darauf wurde Limoncelli vom Bezirksgericht Frauenfeld zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten und einer Busse von 3000 Franken verurteilt. Dieser zog den Fall bis vor das Bundesgericht, dieses lies ihn heute aber abblitzen.
- Den ganzen Bericht lesen Sie in der Thurgauer ZeitungExterner Link oder im BlickExterner Link.
- Den damaligen Artikel von Kollege Renat Kuenzi können Sie hier nachlesen.
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