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Blumen vor Synagoge

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Im Jahr 2016 war der Bundesrat der Meinung, Juden und Muslimen kein Geld für Sicherheitsmassnahmen geben zu können, weil dafür eine gesetzliche Grundlage fehle. Nun haben findige Juristen doch noch einen passenden Gesetzesartikel gefunden, so dass der Bundesrat am Mittwoch mitteilte, sich an den Sicherheitskosten zukünftig zu beteiligen. Zufällig am gleichen Tag kam es zum Anschlag auf eine Synagoge in Halle.

Liebe Grüsse aus Bern

Blumen vor Synagoge
Keystone / Matthias Balk

Künftig wird der Bund gefährdete Minderheiten finanziell mit bis zu 500’000 Franken jährlich unterstützen. Das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen. Dass Juden in Europa gefährdet sind, zeigte sich noch am gleichen Tag auf tragische Weise in Deutschland.

Ein Deutscher versuchte am Mittwoch in Halle eine Synagoge mit Waffengewalt zu stürmen. In dem Gotteshaus feierten zu dem Zeitpunkt 51 Personen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Dass «nur» zwei Menschen starben, ist den gut verriegelten Türen mit Überwachungskameras zu verdanken.

An solchen baulichen Sicherheitsmassnahmen für gefährdete Minderheiten, wie beispielsweise Juden und Muslime, will der Bund sich zukünftig mit bis zu 500’000 Franken pro Jahr beteiligen. Noch 2016 sah er keine gesetzliche Grundlage dafür. Doch nun können gefährdete Minderheiten ab dem 1. November Gesuche einreichen.

Höchste Zeit, denn: Laut einem Bericht des Tages-Anzeigers sind viele Rechtsradikale in der Schweiz mit legal erworbenen Feuerwaffen ausgerüstet. Und der Schweizer Nachrichtendienst spricht von einer Lage der akuten Bedrohung für Juden.

Bundesräte
Keystone / Peter Schneider

Wer ist der beliebteste Bundesrat im ganzen Land? Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Bundesrätinnen haben die Nase vorn. Neben ihnen sehen die Männer eher blass aus.

Laut einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo finden Schweizer und Schweizerinnen Viola Amherd (CVP) die sympathischste Bundesrätin. Am meisten Einfluss im Bundesrat trauen sie Karin Keller-Sutter (FDP) zu.

Alain Berset (SP) kommt immerhin auf Platz zwei, sowohl hinsichtlich Einflusses als auch Sympathie. Schlechter sieht es für Ueli Maurer (SVP) und Simonetta Sommaruga (SP) aus. Und Ignazio Cassis (FDP) erreicht sowohl bei Einfluss als auch Sympathie das zweitschlechteste Umfrageergebnis.

Getoppt wird das nur noch von Guy Parmelin (SVP): Sowohl bei Einfluss als auch Sympathie liegt er auf Rang sieben (von sieben).

Wahlplakate
Keystone / Martial Trezzini

Was denken Expats über Schweizer Wahlen? In Zug treffen sich Expats regelmässig zu «After Work Politics»-Gesprächen, obwohl sie selbst nicht wählen oder stimmen dürfen. Die Online-Plattform Zentralplus hat einen solchen Anlass besucht.

Der Organisator dieser Gespräche sagt, das Verständnis für das Schweizer Wahlsystem hänge davon ab, wie das politische System im jeweiligen Heimatland aussehe. «Für viele Ausländer und Expats ist bereits das Zwei-Kammer-System mit National- und Ständerat Neuland.» Oder: «…, dass der Bundesrat nicht vom Volk gewählt wird.»

Ein Politologe, der am Anlass das Wahlprozedere erklärte, sagt: «Das Milizprinzip ist vielen fremd.» In den meisten Ländern gibt es ausschliesslich Berufsparlamente. Eine weitere Schweizer Besonderheit sind die vielen Parteien. In den meisten anderen Ländern gibt es nur zwei oder drei grosse Parteien, welche die Sitze unter sich ausmachen.

Für die Expats besonders wichtig sind nicht nur Wahlen, sondern auch Abstimmungen. Denn diese betreffen sie häufig direkt. So wurde an einem früheren «After Work Politics»-Gespräch die STAF-Vorlage diskutiert, schliesslich zahlen in der Schweiz auch Expats Steuern und AHV-Beiträge.

  • Der Bericht von ZentralplusExterner Link, einer Internetzeitung für Luzern und Zug.
  • Was Expats an der Schweiz mögen und was nicht, erfahren Sie hier.
  • Warum die Schweiz auf der Beliebtheitsskala von Expats massiv eingebüsst hat, erfahren Sie in diesem Artikel aus unserem Archiv.
Aufstreckende Hand im Schulzimmer
© Keystone / Christian Beutler

Heute ist Internationaler Mädchentag. Noch immer wachsen Jungen und Mädchen in der Schweiz unterschiedlich auf. Die «Gleichstellungsschule» versucht, den Lernenden zu helfen, sexistische Vorurteile und Stereotypen zu erkennen und zu beseitigen.

Nach der obligatorischen Schulpflicht entscheiden sich Frauen immer noch eher für weniger gut bezahlte Jobs, die weniger Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Und noch immer ist das traditionelle Familienmodell, in dem der Mann arbeitet und die Frau sich um die Kinder kümmert, nach wie vor beliebt.

Geschlechterstereotype machen auch vor Schulen nicht halt. Laut einer Studie geben Lehrkräfte in der Westschweiz eher den Buben das Wort, sind gegenüber Bubenlärm toleranter und erwähnen die Namen der Buben häufiger als jene der Mädchen. Dafür disziplinieren sie die Mädchen auch weniger als Buben.

Das Projekt «Gleichstellungsschule» der kantonalen Büros für Gleichstellung in der Westschweiz soll nun Gegensteuer geben. Das Lehrmaterial umfasst vier Broschüren für sämtliche Stufen der obligatorischen Schule. Das Lehrmittel soll das Bewusstsein der Lernenden für Geschlechterstereotypen schärfen, damit sie diese identifizieren und überwinden können.

swissinfo.ch

Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. 280’000 junge Schweizer und Schweizerinnen dürfen erstmals mitwählen. Wie ticken sie? 

Die NZZ hat an sieben Orten Erstwähler getroffen und den Puls gefühlt. Wenig überraschend zeigte sich: Die Jungen beschäftigt offenbar das Klima sowie das Verhältnis der Schweiz zur EU. Und: «Die Gespräche der Gymnasiasten drehen sich auffällig oft um globale Themen», konstatiert die NZZ.

Dass die Jungen seltener wählen und stimmen, erklärt ein Lehrer damit, dass die Themen für sie noch zu abstrakt und komplex seien. Deshalb falle es ihnen schwer, öffentlichen Debatten zu folgen. Aber an Interesse mangele es nicht. Die Schüler seien einfach noch nicht so weit.

Politisiert werden die Jungen nicht etwa durch junge Politiker, sondern eher durch Influencer, Freunde und Lehrer – und, mit weitem Abstand, durch die Eltern.

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