Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Vertrauen Sie Ihrer Bank? In einer der grössten Banken der Schweiz ist gegenwärtig Feuer im Dach. Die Konzernspitze liess Manager beschatten. Mehr dazu in Ihrem heutigen Briefing.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Affäre um observierte Kaderleute bei der Credit Suisse weitet sich aus. Nun wurde bekannt, dass auch ein zweiter Kadermann Ziel einer verdeckten Observierung war.
Vertrauen – im Bankenwesen der zentrale Wert. Die Führung der Credit Suisse allerdings scheint damit ein Problem zu haben. Hatten Bankchef Tidjane Thiam und Verwaltungsratspräsident Urs Rohner im Nachgang der Affäre um den beschatteten Kadermann Iqbal Khan noch beteuert, dies sei ein «isolierter Einzelfall» gewesen, geraten sie nun möglicherweise in Erklärungsnot.
«Entweder nehmen sie es mit der Wahrheit nicht genau, oder sie sind nicht im Bild darüber, was in der Konzernleitung ihrer Bank geschieht – beides müsste zu denken geben», kommentiert die Neue Zürcher Zeitung.
Denn neue Dokumente, die der NZZ vorliegen, belegen, dass dieses Jahr nicht nur der damalige Chef der internationalen Vermögensverwaltung durch ein Detektivbüro observiert wurde. Auch Peter Goerke, damals CS-Personalchef sowie Mitglied der Konzernleitung, wurde nachgeschnüffelt.
- Eine Art Spionageroman in KurzformExterner Link bietet Ihnen heute die Neue Zürcher Zeitung (Paywall), die ausführlich über die Affäre berichtet.
- Das Interview mit Fernsehen SRFExterner Link, in dem CS-Chef Tidjane Thiam Ende Oktober erklärte, bei der Observierung von Iqbal Khan habe es sich um einen «isolierten Einzelfall» gehandelt.
Welche Aufstiegschancen haben Kinder aus ärmeren Familien in der Schweiz? Weniger grosse als Kinder aus reicheren. Bezüglich Chancengleichheit schneidet die Schweiz gemäss einem Europa-Ranking nicht gut ab.
Warum sorgt soziale Ungleichheit für Spannungen in der Gesellschaft? Darüber hat meine Kollegin Sibilla Bondolfi mit zwei Kennern der Materie gesprochen. Diese sagen: Soziale Ungleichheit ist viel schwerer zu ertragen, wenn es keine Chancengleichheit gibt.
Und um diese ist es in der Schweiz schlecht bestellt: In einem Ranking europäischer Staaten schafft es die Schweiz bloss auf Platz zehn.
«Sozial ungerecht.» Dieses harte Urteil fällt der Schweizerische Wissenschaftsrat in einer Studie über das Schweizer Bildungssystem. Wer aus einer sozial benachteiligten Schicht stamme oder Migrationshintergrund habe, dessen Aufstiegschancen seien gering, hält Sibilla in ihrem Artikel zur Chancengleichheit fest.
- Wie es um die Chancengleichheit in der Schweiz bestellt ist, hat meine Kollegin Sibilla in ihrem Artikel aus der swissinfo.ch-Serie über soziale Ungleichheit in der Schweiz recherchiert.
- Die Recherche von swissinfo.ch basiert unter anderem auf der Forschungsarbeit «Die Verteilung von Einkommen und Vermögen in der Schweiz»Externer Link für die Grossbank UBS (pdf).
- Die erwähnte Studie «Soziale Selektivität»Externer Link des Schweizerischen Wissenschaftsrats (pdf).
- Zur Bildungsmobilität hat das Bundesamt für StatistikExterner Link (BFS) 2016 verschiedene Kennzahlen erhoben.
Mehr
Es ist eine heikle Nähe. Gemäss der Neuen Zürcher Zeitung berichtet «Die Weltwoche» unkritisch über China. Und chinesische Firmen könnten mithilfe der chinesischen Botschaft Inserate schalten. Happige Vorwürfe.
Früher war sie ein Blatt der Linken. Heute vertritt sie rechtkonservative Werte. Die Weltwoche wird von Roger Köppel geleitet, seines Zeichens Nationalrat der Schweizerischen Volkspartei. Kommunist ist für ihn ein Schimpfwort.
Doch Köppel «hat eine Schwäche für den real existierenden Sozialismus – zumindest für jenen aus Peking», schreibt die NZZ. Die unkritische Haltung gegenüber dem chinesischen Regime sei «auffallend».
Einerseits sei da die persönliche Kolumne des chinesischen Botschafters in der Schweiz. Andererseits aber werde die Weltwoche «für ihre chinafreundliche Berichterstattung mit Gegenleistungen belohnt«, wie die NZZ basierend auf ihr vorliegenden Mails schreibt. Demnach soll «die chinesische Botschaft chinesischen Firmen, die in der Schweiz tätig sind, die Übernahme der Kosten für Werbung in der ‚Weltwoche‘ offeriert haben».
- Was die Neue Zürcher Zeitung Köppels Weltwoche vorwirft und wie der Verleger darauf reagiert, lesen Sie im NZZ-ArtikelExterner Link (Paywall).
- Zahlreiche Medien griffen das Thema auf, unter anderem der Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall), Persoenlich.comExterner Link und Nau.chExterner Link.
- Wollen Sie sich selber ein Bild machen? Hier die jüngste Kolumne des Botschafters Geng WenbingExterner Link in der Weltwoche (Paywall).
Vertagt: Mit dem Start des ersten Schweizer Satelliten Cheops wurde es heute nichts. Doch eine Schweizer Firma, die kleinste Satelliten ins All schiessen will, mischt ebenfalls beim Wettlauf ins All mit.
Das Internet ist weltumspannend. Diese Annahme stimmt nicht, denn weisse Flecken gibt es noch überall dort, wo eine Abdeckung durch Mobilfunk nicht gewährleistet ist. Und das sind immerhin um die 90 Prozent der Erdoberfläche! Das sagt zumindest Fabien Jordan, Mitbegründer und Geschäftsführer der Schweizer Firma Astrocast.
Sie haben die Grösse einer Schuhschachtel. Bis zu 80 solcher so genannten Nanosatelliten will die Firma bis 2023 ins All schiessen. Mit dem Ziel, die Kommunikation vom Menschen, aber auch von Geräten untereinander – Stichwort Internet der Dinge – in abgelegenen Weltgegenden zu verbessern.
Generell geht der Trend zu immer mehr Satelliten, die um die Erde kreisen, wie mein Kollege Armando Mombelli in seinem Artikel schreibt. Doch Astrocast sieht sich als führend mit ihrer Technologie für Nanosatelliten, weshalb sich das Unternehmen aus dem Kanton Waadt nicht vor der Konkurrenz fürchtet.
- Der Artikel meines Kollegen Armando über das neue Wettrennen ins All.
- Wie Inside-Channels.chExterner Link berichtet, wurde Astrocast unter neun anderen Startups ausgewählt, im Februar 2020 als Mitglied des Swiss National Startup Teams am Mobile World Congress in Barcelona teilzunehmen.
- Mein Kollege Marc-André Miserez hat sich auf das Thema Exoplaneten spezialisiert. Er stellte vor zwei Jahren das Projekt Cheops in einem Artikel vor. Damals hoffte man noch auf einen Start Ende 2018. Heute Dienstag wurde dieser auf unbestimmte Zeit verschoben.
🎄 ADVENTSKALENDER 🎄
Hier stellen wir Ihnen im Advent jeden Tag eine kulinarische Spezialität aus einem anderen Kanton vor. Ein Stück Heimat – egal, wo Sie gerade sind.
17. Dezember: das Appenzeller Bärli-Biberli
Das Biberli hat den schweizweiten Durchbruch als Zwischenmahlzeit längst geschafft.
Praktisch in jeder Deutschschweizer Beiz findet man die Appenzeller Spezialität neben Salzstängeli und Pommes Chips als kleinen Snack im Regal.
Schon im 16. Jahrhundert seien findige AppenzellerExterner Link auf die Idee gekommen, Honigteig mit einer Nussfüllung zu kombinieren und das Gebäck mit einer Prägung zu versehen. Bekannt ist der Biber auch seiner Verpackung wegen: Echte Appenzeller Bauernmalereien zieren sie.
Die Appenzeller sind Geheimniskrämer: Nicht nur die Rezeptur des berühmten Appenzeller Käses ist geheim, sondern auch die genaue Gewürzmischung der Appenzeller Bärli-Biberli.
Das Rezept finden Sie auf swissinfo.ch
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