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Zwei Männer sitzen mit Abstand nebeneinander vor einer Baustelle.

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

In der Schweiz soll schon bald wieder so etwas wie eine "neue Normalität" herrschen. Das hat der Bundesrat gestern angekündigt. Und das gibt heute hierzulande zu reden.

Ich wünsche Ihnen gute Lektüre

Zwei Männer sitzen mit Abstand nebeneinander vor einer Baustelle.
Keystone / Peter Klaunzer

Die Schweizer Regierung hat gestern weitgehende Öffnungsschritte zurück in eine «neue Normalität» angekündigt. Medien kommentieren die Lockerungs-Strategie heute ausführlich.

«Wie kann er nur?», fragt die Neue Zürcher Zeitung. Angesprochen sind der Bundesrat und seine «neue Normalität». Trotz der Lockerungen blieben die Kantone entmachtet und kämpften die Betriebe um ihr Überleben. Von Normalität könne keine Rede sein.

Ganz so normal wie früher werde diese Normalität nicht sein, gibt auch die Zeitung Blick zu bedenken. Dennoch überwiegt vorerst die Freude: «Endlich, endlich, endlich! Endlich können wir wieder in der Badi sünnelen, auf den Berg fahren und im Club tanzen.»

Damit das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben nun wieder in Schwung komme, sei es wichtig, «die Angst aus unseren Köpfen zu bringen«, hält Der Bund fest. Die Schweizer und Schweizerinnen müssten nun raus «und uns selber das verinnerlichte ’stay home‘ austreiben».

Eine Krankenpflegerin schaut durch eine Glasscheibe.
Keystone / Jean-christophe Bott

​​​​​​​​​​​​​​​​Um «Corona im Alltag», also um ein «normales» Leben mit Corona geht es auch im Interview mit Marcel Tanner, das die Tamedia-Medien heute veröffentlichten. Tanner ist Mitglied der «Swiss National Covid-19 Science Taskforce».

Er ist überzeugt, dass es in der Schweiz keine zweite flächendeckende Corona-Welle geben wird. Vielmehr dürfte es zu immer wieder aufflackernden Infektionsherden kommen, so der Experte für öffentliche Gesundheit.

Wichtig sei, dass infizierte Personen rasch lokalisiert werden könnten. Vor dem Lockdown habe es kein System zur Überwachung der einzelnen Ansteckungen gegeben. Jetzt sei die Schweiz viel besser dran.

Der starke Rückgang der Zahl infizierter und an Covid-19 verstorbener Personen sei vor allem dank der Grundmassnahmen Handhygiene und Distanzhalten möglich gewesen. Die jüngste Entwicklung zeige, dass trotz Lockerungen die Zahlen tief blieben. «Wenn wir es gut machen, können wir mit dem Virus Normalität leben», sagt Tanner.

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Nahaufnahme eines Mannes mit dunklem Haar und Bart.
Keystone / Anthony Anex

Nun zu einem ganz anderen Thema. Zu reden gab er schon länger, nun tritt er zurück: Gottfried Locher, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz.

Pfingsten steht vor der Tür. Und dank den Lockerungsmassnahmen des Bundesrats können die Gläubigen auf diesen Zeitpunkt erstmals seit dem Lockdown wieder in die Gotteshäuser zurückkehren. Doch ausgerechnet jetzt erreicht eine Aufregung an der Spitze der protestantischen Glaubensgemeinschaft ihren vorläufigen Höhepunkt.

Locher habe in einem Schreiben an den Synodepräsidenten seinen Rücktritt mitgeteilt, teilte die Kirche gestern Abend mit. «Der Sachverhalt ist nicht erstellt oder erhärtet und wird nun erst abgeklärt», hiess es weiter. Die Untersuchungen führt eine externe Stelle durch.

Zwölf namhafte Theologinnen und Theologen hatten kürzlich einen offenen Brief mit Vorwürfen an Locher veröffentlicht. Es gebe ernstzunehmende Hinweise darauf, dass es bei einem Geschäft des Rates der Evangelisch-reformierten Kirche inhaltlich um Grenzverletzungen gehe. Der Rücktritt eines Ratsmitglieds, das sich diesem Thema angenommen habe, sei einer dieser Hinweise.

Porträtaufnahme eines Mannes mit Brille vor einem grauen Hintergrund.
swissinfo.ch

Zum Schluss noch etwas in eigener Sache: Mein Kollege Peter Siegenthaler geht Ende Mai in Pension. Wir haben ihm die Fragen gestellt, die er in den letzten Jahren als Journalist anderen Personen stellte.

Was geht es den Stimmbürger an, wieviel ein Unternehmen seinen Angestellten zahlt? Was möchte die Mehrheit der Muslime? Tragen Sie, zum Beispiel zum Einkaufen, eine Schutzmaske?

Vielleicht kommen Ihnen einige dieser Fragen bekannt vor – weil Sie sie in einem Artikel meines Kollegen gelesen haben. Welche Antworten er auf seine eigenen Fragen gibt, erfahren Sie heute bei uns auf swissinfo.ch.

Hier geht es zum Interview mit Peter Siegenthaler.

Und hier geht es zu Artikeln meines Kollegen.

Aufruf zur Umfrage mit Hand und Megaphone
swissinfo.ch

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