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Bundesrat in Riggisberg

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Ausgerechnet ins Dorf meiner Kindheit ist die Landesregierung heute gereist. Warum? Es gibt gute Gründe dafür! Finden Sie es heraus.

Herzliche Grüsse aus Bern

Touristen
© Keystone / Alexandra Wey

«Overtourism». Ein Schlagwort, das vor Corona in aller Munde war. Nun sehnen sich viele Destinationen wieder nach den Massen.

Touristen? Aber gerne! Doch wie können die Massen besser gelenkt werden, wenn sie denn einmal wieder in die Schweiz kommen sollten? Das fragen sich Touristiker in vielen Destinationen.

Ein Beispiel gibt die Jungfrau-Region im Berner Oberland. Dort wird seit 2009 beispielsweise die Zahl der Jungfraujoch-Besuchenden begrenzt. Ab kommender Wintersaison soll dies auch für die Skipisten gelten. «Regulierungen sind die Früchte jahrelanger Arbeit, man kann Touristen nicht von heute auf morgen lenken», sagt Hotelier Otto Hauser im Artikel von Eva Hirschi.

Da eine Regulierung aber nur bei Gruppenreisenden funktioniert, sind auch andere Lösungen gefragt. So sprechen sich Touristiker für einen nachhaltigeren Tourismus aus. Will heissen: Längere und intensivere Aufenthalte an einem Ort, von dem Ausflüge in die Region möglich sind. Denn wenn sich die Touristen besser verteilen würden, könnten auch weitere Branchen vom Tourismus profitieren.

Bundesrat in Riggisberg
Keystone / Peter Klaunzer

Bleiben wir gleich noch beim Tourismus: Die Landesregierung hat sich gestern und heute auf ihr traditionelles «Bundesratsreisli» begeben.

Warum ausgerechnet Riggisberg? Der Marktflecken in den Berner Voralpen, in dem ich aufgewachsen bin, war durch seine geografische Lage schon immer ein Ort mit grossem Einzugsgebiet. Und von hier aus lassen sich – siehe vorherigen Beitrag – viele Ausflüge in die Region machen.

Der Bundesrat hat sich dieses Jahr für seinen traditionellen jährlichen Ausflug die Gantrischregion ausgesucht, in der sich das Dorf befindet. Die Reise geht in der Regel in den Heimatkanton der amtierenden Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten. Simonetta Sommaruga ist Bernerin.

Gestern begaben sich die Mitglieder auf eine Sternenwanderung im Naturpark Gantrisch, gemeinsam mit den beiden Schweizer Physik-Nobelpreisträgern Michel Mayor und Didier Queloz. Und heute nun ging es ins Textilmuseum der Abegg-Stiftung in Riggisberg: Ein Museum mit Weltruf.

Simonetta Sommaruga
admin.ch

Bleiben wir gleich noch beim Bundesrat und bei Bern: Aus dem Aarebad Eichholz richtet sich Simonetta Sommaruga an Sie.

In ihrer Ansprache zum 1. August an Sie, liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, vergleicht Sommaruga den Mikrokosmos an diesem Badeufer an der Aare mit der Demokratie.

«Eigentlich müsste es dauernd Streit geben. Aber die Menschen im Eichholz kommen miteinander aus, weil sie anerkennen, dass es verschiedene Interessen gibt und man miteinander reden muss, wenn es Probleme gibt«, sagt die Bundespräsidentin.

Um die demokratischen Werte müsse immer wieder neu gerungen werden. Sie, liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland, «tragen die demokratischen Prinzipien der Schweiz in die Welt», so Sommaruga weiter. «Jede Begegnung mit Ihnen in Ihren neuen Heimaten erinnert daran, dass ein friedliches Zusammenleben in Freiheit, Mitsprache und Verantwortung möglich ist.»

Hygienemaske
Keystone / Anthony Anex

Bleiben wir gleich noch beim Ausland und kommen zurück zu Corona: Dortige Regeln gelten auch für Schweizerinnen und Schweizer – so auch das Maskentragen.

In der Schweiz gilt ab kommendem Montag Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Unser Land geht bei den Corona-Regeln weniger weit als die Nachbarländer. Dort heisst es landesweit beim Einkauf: Maske auf! Damit haben einige Mühe.

Das kommt in Deutschland aber nicht gut an. «Ich darf in der Schweiz auch nicht 150 auf der Autobahn fahren», sagt ein Deutscher gegenüber Fernsehen SRF. Dieser Bürgermeister einer Grenzgemeinde (Einkaufstourismus!) erwartet von Schweizerinnen und Schweizern, sich an die deutschen Regeln zu halten.

Wir in der Schweiz lassen uns nicht gerne etwas vorschreiben. Das zeigten auch schon diverse Artikel, die wir bei swissinfo.ch zum Thema «Maskentragen in der Schweiz» veröffentlicht haben. Aber wer zu Gast ist, sollte die dort geltenden Gesetze und Regeln einhalten. Das gebietet allein schon der Anstand.

© Keystone / Christian Beutler

Nun noch etwas in eigener Sache: Die Schweiz steuert auf eine Super-Abstimmung zu. Am 27. September geht es um neue Kampfjets, die Personenfreizügigkeit, aber auch um Papa-Ferien. Und genau dazu suchen wir Ihre Erfahrung und Ihre Meinung.

Leben Sie in einem Land, das den Vaterschaftsurlaub besonders grosszügig handhabt? Dann melden Sie sich. Wir würden gern über Ihre Erfahrungen und diesbezüglichen Ansichten berichten.

Hier in der Schweiz liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, der bald schon heftig zu reden geben wird. Wenn jemand Papi wird, soll er zwei Wochen Ferien erhalten. Im Vergleich zu einigen anderen Ländern wäre das eine recht grosszügige Lösung. Andererseits gibt es aber zahlreiche Länder, die jetzt schon deutlich weiter gehen.

In Südkorea beträgt der bezahlte Vaterschaftsurlaub laut OECD ein ganzes Jahr. In Frankreich sind es 28 Wochen, in Schweden 14. Österreich und Deutschland gewähren 8 Wochen Ferien. Wenn Sie also in einem dieser Länder wohnen und vielleicht schon von einer längeren bezahlten Papa-Zeit profitieren konnten, dann schreiben sie uns: mailto:melanie.eichenberger@swissinfo.ch.

Wir freuen uns über Ihre Zuschrift und nehmen dann gerne mit Ihnen Kontakt auf, um einen Artikel zu schreiben.

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