Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Gestern schrieb ich an dieser Stelle über die "Heiratsregel", die bis 1952 galt. Trotz deren Abschaffung wirkte sich diese diskriminierende Regelung weiter aus – teilweise bis heute.
Freundliche Grüsse aus Bern
Nachkommen von ausgebürgerten Schweizerinnen können bis heute keinen Schweizer Pass kriegen.
Trotz zahlreichen Gesetzesrevisionen haben Nachkommen von Schweizer Frauen im Ausland teilweise bis heute keine Chance auf die Schweizer Staatsbürgerschaft – Kinder von Schweizer Vätern hingegen erhielten über Jahre automatisch das Bürgerrecht.
Man kann nur schätzen, wie viele Nachkommen von Schweizer Frauen davon betroffen waren. Während der übergangsrechtlichen Bestimmungen 1979 und 1985 hatten rund 140’000 Kinder von Schweizer Müttern die Anerkennung als Schweizer Bürger:in beantragt. Noch viele mehr konnten von dieser Bestimmung wohl gar nie profitieren.
Meine Kollegin Melanie Eichenberger hat eine Schweizerin porträtiert, die ausgebürgert wurde und Jahre später den roten Pass wieder beantragte – «Es war eine emotionale Motivation» für sie. Ihre Kinder jedoch haben weiterhin keine Chance darauf.
- Lesen Sie hier den Bericht meiner Kollegin Melanie Eichenberger.
- Hier geht es zum gestrigen Artikel über die «Heiratsregel».
- Wie haben Sie das Schweizer Bürgerrecht erhalten oder verloren? Diskutieren Sie mit uns!
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Wir haben heute auch sonst viel publiziert – eine Auswahl.
Bis heute 18 Uhr müssen alle Bewohner:innen das bündnerische Brienz verlassen. Das Dorf flüchtet vor dem Bergsturz.
- Schauen Sie hier unser Video an.
Wird das Schweizer Kriegsmaterialgesetz gelockert? Die Sicherheitspolitischen Kommissionen des Parlaments sprechen sich dafür aus.
- Was die Hürden sind, können Sie hier nachlesen.
Auch Autoritätspersonen wie Ärzt:innen und Richter:innen müssen heute aktiv um Vertrauen kämpfen. Wie geht man mit dem Vertrauensverlust um? Wie gewinnt man Vertrauen zurück?
- Hier teilen sie ihre Empfehlungen.
Gender, Cancel-Culture und Hetze: Wie eine Schule ins Kreuzfeuer rechter Trolle kam.
Eine Schule im zürcherischen Stäfä hat ihre Oberstufe zu einem Gender-Tag eingeladen – wie das im Lehrplan21 vorgesehen ist und seit einem Jahrzehnt praktiziert wird. Thema wären gesellschaftliche Rollenbilder und Fragen der Gleichstellung gewesen.
Das wird nun nicht geschehen, denn die Schule hat den Anlass aus Sicherheitsgründen abgesagt. Nachdem die Einladung der Schule ins Internet gelangte, formierte sich ein digitaler Mob, der einen Shitstorm auslöste. Es folgten Drohungen gegen Leib und Leben von Mitarbeitenden und Vertreterinnen der Schule.
Laute Kritik kam unter anderem von SVP-Exponent:innen, die sich immer wieder zu identitätspolitischen Themen äussern. Je mehr wir uns den Parlamentswahlen annähern, desto mehr wird das Thema wohl politisch aufgekocht werden. Ein Vorgehen, wie man es weltweit beobachten kann.
- Der Tages-Anzeiger hat berichtetExterner Link. (Paywall)
- Auch der Blick schrieb darüberExterner Link.
Am 18. Juni wird abgestimmt. Das sind die Resultate der ersten SRG-Umfrage.
Für die kommende Abstimmungsrunde wird drei Mal ein Ja erwartet: zum neuen Klimagesetz, zur Reform der Gewinnbesteuerung multinationaler Unternehmen und zum Covid-19-Gesetz.
Interessant ist, dass die Stimmabsichten der Inlandschweizer:innen und der Fünften Schweiz bei der Gewinnbesteuerung deckungsgleich sind – aber bei den anderen zwei Vorlagen teilweise weit auseinanderklaffen.
Übrigens ist das der letzte schweizweite Abstimmungssonntag für dieses Jahr. Im Oktober finden die Parlamentswahlen statt, weswegen traditionell die Abstimmungen abgesagt werden. Und im November sind auch keine vorgesehen – damit werden die Stimmberechtigten frühestens im März 2024 wieder gefordert.
- Hier finden Sie den Überblick meiner Kollegin Katy Romy.
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