Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Trinken Sie lieber mit oder ohne Zucker? Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor künstlichen Süssstoffen. Was macht die Schweiz?
Herzliche Grüsse aus Bern
In der Schweiz scheint die Shoppinglust auf dem Sinkflug zu sein – mit Folgen für die Wirtschaft.
Lieber etwas erleben als etwas anschaffen. Das scheint gegenwärtig die Devise bei vielen Schweizerinnen und Schweizern zu sein. Und das trifft den Arbeitsmarkt in besonderem Mass: Weil die Auftragsbücher leer bleiben, müssen Schweizer Firmen zum Teil auf Kurzarbeit umstellen.
«Der Konsum ist aus dem Gleichgewicht geraten», heisst es heute im Tages-Anzeiger. Der Grund sei die Coronavirus-Pandemie, deren wirtschaftliche Folgen auch dieses Jahr noch nachwirken würden. Etwa beim Reisen, wo die Menschen einen starken Nachholeffekt verspüren.
Als Indikator für ein künftiges Abflachen der Wirtschaftsleistung zieht der Tagi den «Einkaufsmanagerindex» heran: «Diese Erhebung befragt Einkäuferinnen und Einkäufer von Industrieunternehmen über ihre Bestellung von Ausgangsstoffen, mit denen sie ihre künftige Produktion planen.» Und dieser Index sei im Juli auf den tiefsten Stand seit Frühjahr 2009 gefallen.
- Der Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- Die schwächelnde Wirtschaft in der Schweiz ist heute auch Thema im BlickExterner Link.
- Mehr zum «Einkaufsmanagerindex» und den trüben Aussichten für die Schweizer Industrie lesen Sie bei WatsonExterner Link.
Ein Ex-Botschafter mahnt die Schweiz zur Kooperation mit den USA.
Erinnern Sie sich noch an die Affäre um Raubgold und nachrichtenlose Vermögen? Damals setzten die USA die Schweiz enorm unter Druck – und zwangen sie schliesslich zu einem milliardenschweren Vergleich.
Ähnliches spiele sich jetzt wieder ab, warnt der ehemalige Botschafter Thomas Borer. Die USA kritisieren die Schweiz als russlandfreundlich. Sie stelle ihre Wirtschaftsbeziehungen zu Russland über das Recht. «Noch haben wir ein kleines Problem. Aber wenn man Probleme nicht richtig angeht, können diese zu grossen Krisen werden», sagte er der Tagesschau von SRF.
Borer rät der Schweiz, einerseits der Taskforce der G7 zum Aufspüren von russischen Oligarchengeldern beizutreten. Andererseits solle der Bundesrat offensiver kommunizieren und den USA klarmachen, «dass wir Schweizer im Geldwäschereibereich, aber auch bei der Blockierung von russischen Oligarchengeldern ein vorbildliches Land sind». Nur: Sind wir das wirklich?
- Mehr zu den Hintergründen der neusten Entwicklung in der Kontroverse um die russische Gelder in der Schweiz finden Sie hier.
- Gemäss den Publikationen von Tamedia hat das Schweizer Aussendepartement «auf hoher Ebene» gegen die Vorwürfe aus den USA interveniertExterner Link.
- Lesen Sie hier die Artikel unserer Serie «Umsetzung der Russland-Sanktionen: Die Schweiz im Fadenkreuz».
- Schweizer Goldraffinerien haben in den letzten Jahren grosse Mengen an Gold russischen Ursprungs aus London verarbeitet, wie Recherchen von SRF und der Wochenzeitung kürzlich aufdeckten.
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«Zero», das verspricht keinen Zucker. Aber auch künstliche Süssstoffe sind verdächtig.
Sie heissen Arpartam, Cyclamat oder Sucralose. Die Lebensmittelindustrie setzt sie gerne anstelle von Zucker ein. Und sie können möglicherweise unerwünschte Auswirkungen haben, warnt die Weltgesundheitsorganisation. Ausserdem sieht die Behörde in solchen Ersatzzuckern keinen langfristigen Nutzen, um das Körperfett von Erwachsenen oder Kindern zu reduzieren.
Allerdings soll zum Beispiel Aspartam erst dann krebserregend sein, wenn jemand mindestens 12 Dosen Diätlimonade pro Tag trinkt. Wer ganz sicher gehen will, trinkt deshalb Wasser oder süsst mit natürlichen Alternativen. Kollege Anand Chandrasekhar und Kollegin Helen James verweisen in ihrem Artikel etwa auf Kokosnussblüten, Ahorn und Agave. Oder auf Zuckeralkohole wie Sorbit, Maltit, Erythrit und Xylit.
In der Schweiz scheint eine Initiative des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit zu fruchten: 24 grössere Unternehmen haben sich verpflichtet, den Zuckergehalt in ihren Produkten wie Erfrischungsgetränken, Joghurts und Frühstücksflocken um 10% zu senken. «Das Schweizer Beispiel zeigt, dass es möglich ist, Zucker zu reduzieren, ohne auf künstliche Süssstoffe zurückzugreifen.», schreiben Anand und Helen.
- «Künstliche Süssstoffe: Doch lieber ohne ‚Zero‘?» – Lesen Sie hier den Artikel von Anand und Helen.
- Kollegin Sara Ibrahim berichtete darüber, wie in der Schweiz an Alternativen zu künstlichen Süssstoffen geforscht wird.
- In welchem Land wird am meisten Zucker konsumiert? Die Antwort finden Sie in unserem Artikel über die Zuckerabhängigkeit der Schweiz.
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