Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Ferien sind vorbei, in der Schweiz kommt wieder Normalbetrieb auf – politisch bedeutet das: Der Wahlkampf für die Eidgenössischen Wahlen Ende Oktober nimmt Fahrt auf.
Freundliche Grüsse aus Bern
Ein 27. Kanton für die Auslandschweizer:innen?
Ein eigener Wahlkreis für Auslandschweizer:innen – diese Idee gibt es in der einen oder anderen Form immer wieder. Unter dem Schlagwort «27. Kanton» wird wieder debattiert, wie die Fünfte Schweiz besser eingebunden werden kann – ein untrügliches Zeichen, dass die Wahlen näherkommen. Wie realistisch das letztlich ist, wird sich zeigen.
Pünktlich meldet sich auch SP-Ständerat Daniel Jositsch: Er wird als Nachfolger von Alain Berset gehandelt. Dafür muss er in seiner Partei wieder Boden gut machen, nachdem er im vergangenen Jahr das reine Frauenticket bei der Nachfolge von Simonetta Sommaruga kritisiert und sich selbst aufgestellt hatte. Er habe «Fehler gemacht», sagt Jositsch heute. Und: Er überlege sich eine Kandidatur weiterhin.
Und noch eine Meldung: Die SVP Zürich will mit einer Secondo-Liste gezielt Menschen mit Wurzeln im Balkan ansprechen. Ob das funktioniert, nachdem sie jahrelang auf deren Kosten Wahlkampf betrieben hat («Kosovaren schlitzen Schweizer auf»)? Wir werden sehen. Klar scheint mittlerweile aber, dass selbst Konservative in der multikulturellen Schweiz sich etwas einfallen lassen müssen, wollen sie in Zukunft weiterhin etwas zu melden haben.
- Kommt der 27. Kanton? Bluewin fasst die Debatte zusammenExterner Link.
- Das InterviewExterner Link mit Daniel Jositsch finden Sie in der NZZ am Sonntag. (Paywall)
- Wie die SVP Menschen mit Wurzeln im Balkan ansprechen will, beschreibt WatsonExterner Link.
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Parteiencheck: Wie sich die FDP für die Auslandschweizer:innen einsetzt.
In unserer neuen Serie haben wir Parteien gefragt, wie sie sich für die Anliegen von Auslandschweizer:innen engagieren. Nach der SVP und der SP stellen wir Ihnen heute die FDP International vor – und wie sie sich für die Fünfte Schweiz einsetzt.
Im vergangenen Jahr feierte die internationale Sektion der FDP.Die Liberalen ihr 30-jähriges Bestehen. 200 Mitglieder in über 30 Ländern zählt die Gruppe im Moment. Tendenz steigend, gemäss eigenen Angaben.
Die Sektion definiert für sich drei «Hauptaufgaben». Die erste ist die Information der Auslandschweizer:innen über politischen Aktualitäten in der Schweiz. Die zweite, die Aussensicht der Fünften Schweiz ins Land zu holen. Und die dritte die Suche nach Lösungen, um das Leben im Ausland ein bisschen einfacher zu gestalten. Baustellen gibt es einige, wie man weiss.
- Hier finden Sie den Beitrag meiner Kollegin Melanie Eichenberger.
So verlief die 30. Ausgabe der Street Parade in Zürich.
Rund 920’000 Menschen feierten am Samstag in Zürich, wo die Street Parade zum dreissigsten Mal stattfand. Schutz & Rettung Zürich zog ein grundsätzlich positives Fazit – nicht selbstverständlich bei einem solchen Grossanlass.
Übrigens nahm zum ersten Mal auch ein Bundesrat daran teil: Kulturminister Alain Berset kutschierte in einem Lovemobile durch den «grössten kulturellen Anlass der Schweiz», wie er sagte. «Was hat ein Bundespräsident an der Street Parade zu suchen» – diese Frage beantwortete Berset in einem Gastbeitrag beim Tages-Anzeiger gleich selbst.
- Hier finden SieExterner Link den Bericht von SRF News.
- Der Gastbeitrag im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
Film, Musik, Literatur: Am Wochenende gab es ein paar Kultur-Highlights bei uns.
Das Filmfestival von Locarno ist zu Ende gegangen. Meine Kollegen Eduardo Simantob und Alan Mattli haben es für uns abgedeckt. Meine Leseempfehlung für Sie: Das Interview mit dem rumänischen Regisseur Radu Jude – Radu Jude in Richtung Hollywood: «Versucht, etwas Besseres zu machen»
Der Schweizer Hiphop befindet sich in einer Hochphase und feiert selbst in Deutschland Erfolge. Mein Kollege Benjamin von Wyl hat sich die hochdiverse Szene genauer angeschaut – EAZ, Baby Volcano, StarrLight: Rap aus der Schweiz hat nichts mit Kühen zu tun
Manchmal dauert es etwas länger, bis man sich vergegenwärtigt, was man eigentlich miterlebt hat. Natalia Kemper-Bakshi schreibt ein paar Nachbetrachtungen zu den Solothurner Literaturtagen und wie Schreibende mit Migrationshintergrund nicht automatisch Migrant:innenliteratur machen – Schriftsteller:innen im Exil: Gefangen zwischen dort und hier
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