Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Das Spiel ist endgültig aus: Die Grossbank Credit Suisse, die zur Identität der Schweiz als Hort von Solidität und Weltverbundenheit beitrug, wird Ende 2024 verschwinden. Den Preis für das Aus bezahlen hauptsächlich die Mitarbeitenden.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die positive Formulierung der News des Tages: Die Credit Suisse wird vollständig in die UBS integriert.
Dies sei für die UBS – die einzig noch verbleibende Schweizer Grossbank –»Anspruchsgruppen» und die Schweizer Wirtschaft, die beste Lösung, so die UBS in einer Mitteilung.
Die «beste Lösung» bedeutet für 3000 Mitarbeitende der Credit Suisse die Kündigung. Diese Zahl nannte UBS-Chef Sergio Ermotti gegenüber SRF.
Aktuell beschäftigt die Credit Suisse noch rund 17’000 Angestellte in der Schweiz, die UBS deren 21’000.
Das Ende der fast 170-jährigen Institution des Schweizer Finanzwesens naht also in Riesenschritten.
- CS-Übernahme: In der Schweiz werden rund 3000 Stellen gestrichenExterner Link – Ticker von SRF News.
- UBS-Chef Ermotti: «Die CS wäre nicht mehr überlebensfähig»Externer Link – Interview von SRF News.
- Das Ende der Illusionen: Warum die UBS keine eigenständige CS Schweiz wollteExterner Link – Hintergrund der Neuen Zürcher Zeitung (Paywall).
- Credit Suisse: Der «Dampfmaschine des Kredits» ist die Puste ausgegangen – Bankengeschichte im Rückblick von SWI-Autor David Eugster
Jetzt bekennt die Schweiz tatsächlich Farbe: Sie schickt einen «Digger» in die Ukraine.
Sorry für den leicht ironischen Unterton, aber ich kann ihn mir schlicht nicht verkneifen.
Die Ukraine verteidigt sich mit allen Mitteln gegen die russischen Aggressoren. Der Krieg Putins richtet sich, so waren sich Analyst:innen von Anfang an einig, auch gegen Europa und dessen Demokratien. Die Schweiz liegt auch in Europa und ist auch eine Demokratie.
Aber was ist ein ferngesteuerter Schweizer Minenräumer, zwar ein absolutes Hightech-Gerät, gegen schätzungsweise 160’000 Quadratkilometer von russischen Truppen verminten ukrainischen Boden?
Kein Wunder, erntete das schweizerische Verteidigungsministerium auf Social Media prompt Kritik in Form von Hohn und Spott.
Doch aufgepasst, der Einsatz des Diggers auf den Minenfeldern, die rund viermal so gross sind wie die Schweiz, hat seine klaren Grenzen: Damit der Ruf der Schweiz als neutraler Staat international nicht befleckt wird, darf der Digger nur abseits der Frontlinien Minen aufspüren und zur Explosion bringen. Denn der Einsatz ist laut strengem Schweizer Beipackzettel «ausschliesslich für humanitäre Zwecke» erlaubt.
Und liebes VBS, die Ukraine hat mittlerweile auch einen eigenen Minenräumungsroboter konstruiertExterner Link. Er ist nach Jaroslawa Mahuchik benannt, der neuen Hochsprung-Weltmeisterin und Nationalheldin der Ukraine.
- Die Schweiz schickt Geräte in die Ukraine, um Minen zu räumen. Aber werden sie wirklich humanitär eingesetzt?Externer Link Bericht der Neuen Zürcher Zeitung (Paywall).
- VBS erntet für Minenräumgerät viel KritikExterner Link – Artikel im Blick.
- Neutralität – hat der Schweizer Weg ausgedient? – Spezialsendung unseres Debatten-Formats «Let’s Talk».
- Flirt mit der Nato, Sitz im Sicherheitsrat – schwankt die Neutralität der Schweiz? – SWI-Spezialdossier zur grossen Debatte.
Eine Krankenkasse für Auslandschweizer:innen? Der Bundesrat sieht keinen Handlungsbedarf.
Schweizer:innen, die ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegen, müssen aus der Schweizer Krankenversicherung austreten. Werden sie krank und kehren zur Behandlung in die Schweiz zurück, müssen die Krankenkassen die Kosten übernehmen.
Die Schweizer Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter von der Mitte-Partei machte einen Vorstoss, um die Situation zu bereinigen: die Swiss Abroad könnten demnach bei ihren Schweizer Versicherungen bleiben, sollten sich aber dafür in ihrem Wohnland behandeln lassen. Die Schweizer Krankenversicherung übernähme die dortigen Kosten – die meist tiefer sind als in der Schweiz.
Die Schweizer Regierung hat diesen Vorschlag abgelehnt. Die Gründe dafür lesen Sie im Beitrag von Balz Rigendinger, SWI-Spezialist für die Swiss Abroad.
- Krankenkasse für Ausgewanderte? Bundesrat sieht keinen Bedarf.
- Politikerin will Behandlungstourismus stoppen – Balz‘ Bericht zum Vorstoss von Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter.
- «Wer auswandert, schenkt sein Geld den Krankenkassen» – weiterer SWI-Artikel zum Thema.
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Ist die Schweiz wirklich so glücklich?
Eine junge Schweizerin will Popstar werden. Genauer: K-Pop-Star.
Da läuten für mich, der seit Teenagertagen dem ewigen Indie-Rock huldigt, die Alarmglocken. K-Pop steht für mich für eine toxische Geldmaschine, die rücksichtslos die Träume junger Menschen ausbeutet, um mit designten Songs und Choreos Milliardengewinne zu machen. So ist die Strasse des Erfolgs für die Masterminds hinter den Kulissen gesäumt von mehreren Suiziden gefeierter K-Pop-Sternen.
Ursprünglich eine südkoreanische Erfindung, daher der Zusatz «K», hat sich das ultrastrikte, aber ultraerfolgreiche Geschäftsmodell längst aufgemacht, die ganze Welt zu erobern.
Aktuell wird grad eine internationale K-Pop-Gruppe designt, sprich gecastet. Im Auswahlprozess in Los Angeles hat es eine Schweizerin unter die letzten 20 geschafft: Manon, eine 21-jährige Sängerin und Tiktokerin aus Zürich. Ich wünsche der jungen Frau alles Glück, um ihre Träume wahrzumachen. Und ich hoffe, dass sie sich so souverän über die Rahmenbedingungen im knallharten K-Pop-Business informiert hat, wie sie sich ihren Fans auf Tiktok präsentiert.
Zum Schluss noch zu unserem «Lost Place» des Tages: eine alte Ölraffinerie im Wallis.
1963 wurde in Collombey die erste solche Anlage in der Schweiz in Betrieb genommen.
2015 kündigte die Ölgesellschaft das Ende der riesigen Anlage aus Schloten und Verbindungsleitungen an. Seit zwei Jahren sind die Bagger am Werk, die Raffinerie abzubrechen. Was dann auf dem Areal entstehen soll, erfahren Sie in der heutigen Folge unserer Wochenserie:
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