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Das Profil eines Mannes, im Hintergrund ein Bildschirm mit Wahlresultaten

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Auch das gibt’s: Der Bund hat Fehler gemacht bei der Berechnung der Parteistärken. Es gibt zwar keine Auswirkungen auf die Sitzverhältnisse – aber einiges zu diskutieren im relativen Verhältnis der Parteien.

Freundliche Grüsse aus Bern

Screenshot der Parteienstärke vom EDI
EDI

Der Bund hat am Sonntag falsche Parteistärken bei den Nationalratswahlen publiziert.

Das ist wirklich peinlich für das Bundesamt für Statistik: Bei Qualitätskontrollen wurde festgestellt, dass es eine fehlerhafte Programmierung im neuen Programm gab, das für den Import der Daten aus den Kantonen Glarus, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden eingesetzt wurde.

Es ändert sich zwar nichts an den Sitzverhältnissen im Nationalrat. Aber doch etwas an den Parteistärken: Wie Sie im Bild oben sehen können, betragen die Abweichungen teilweise mehr als ein halbes Prozent.

Das Interessanteste ist wohl, dass die Mitte die FDP doch nicht überholt – was wurde in den letzten Tagen nicht alles darüber geschrieben! Ein kleiner Fehler im System und schon ist die mühsame Arbeit Dutzender Medienschaffenden futsch… Immerhin wird damit gesorgt, dass uns die Arbeit nicht ausgeht: Die Analysen gehen jetzt wieder von vorne los.

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Blick in den Saal des Nationalrats
© Keystone / Peter Klaunzer

Das Parlament wird nicht nur konservativer und weniger grün – sondern auch männlicher.

Neben der grünen Welle gab es auch eine Frauen-Welle bei den letzten eidgenössischen Wahlen 2019: Damals stieg der Frauenanteil im Nationalrat um 10 Prozentpunkte auf 42%. Nun sank er wieder auf 38,5% und 77 Sitze.

Das hängt auch mit der Siegerin zusammen: Die SVP hat am kräftigsten zugelegt, ist aber jene Partei mit den wenigsten Frauen im Parlament – gerade einmal 12 der total 62 Sitze. Interessant sind die Unterschiede nach Sprachregionen: 42% der gewählten Parlamentarierinnen kommen aus deutschsprachigen Kantonen, 35% aus der französischen Schweiz und 13% aus der italienischen Sprachregion.

Das hat auch im internationalen Vergleich Auswirkungen: War die Schweiz noch unter den Top-30, was die Geschlechterparität in nationalen Parlamenten angeht, ist sie nun runter auf Platz 31 gerutscht.

Jean-Daniel Ruch und Viola Amherd
© Keystone / Alessandro Della Valle

Eine Schlappe für Viola Amherd.

Das Verteidigungsdepartement richtet ein neues Staatssekretariat für Sicherheitspolitik ein. Viola Amherd hatte dafür Jean-Daniel Ruch portiert, der momentan Botschafter in der Türkei ist. Nun ist bekannt geworden, dass er die Stelle nicht antritt.

Weshalb wurde nicht kommuniziert, aber der Umstand wird als eine Schlappe für die Verteidigungsministerin ausgelegt. Denn die Auswahl wurde schon früh kritisiert, es standen andere Kandidat:innen bereit, die geeigneter schienen. Die Stelle ist bereits neu ausgeschrieben.

Ruch kam in letzter Zeit von der SVP unter Beschuss. Als Diplomat hatte er seinerzeit unter Micheline Calmy-Rey Kontakte mit der Hamas, der Nationalrat Alfred Heer bezeichnete ihn deshalb als «nützlichen Idioten», der die Hamas «salonfähig» gemacht habe. Da ist wohl etwas viel Überschätzung dabei – die Schweiz bemüht sich zwar schon lange um eine Vermittlung im Nahen Osten, aber die Wirkung blieb (offenbar) aus.

Ein von Werbung übervoller Briefkasten
Keystone / Patrick B. Kraemer

Eine Tochtergesellschaft der Post baut fast 4000 Stellen ab.

«Bitte keine Werbung» – auf immer mehr Briefkästen in der Schweiz ist so ein Kleber angebracht. Und physische Werbung gibt es auch immer weniger. Das hat nun Konsequenzen: Eine Tochterfirma der Post (Direct Mail Company), die dafür zuständig ist, stellt die Zustellung von Werbematerial ein. Davon sind 3855 Mitarbeitende betroffen.

Die Pensen sind meist sehr niedrig, deswegen die hohe Anzahl Stellen – aufgerechnet sind es 422 Vollzeitäquivalente. Dennoch, ein Schlag für die Betroffenen. Die Zustellung von Werbung ist eine niederschwellige Möglichkeit, um etwas zu verdienen. Meist sind es Menschen, die nicht Vollzeit arbeiten können, oder Eingewanderte, die einen ersten Schritt im schweizerischen Arbeitsmarkt machen.

Als wir in die Schweiz zogen, fand auch mein Vater eine Stelle als Zuträger. Ich half ihm oft dabei aus, vor allem im Winter ging ich vor Schulbeginn im Dorf Werbung austragen – so lernten wir beide das Dorf sehr schnell kennen. Noch immer bereitet er deshalb auf die Feiertage ein Couvert mit einer Note vor, die er dem Zuträger gibt.

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