Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Beziehung Schweiz-EU wird erneut auf Probe gestellt, in der Schweiz wächst jetzt auch Nassreis und der Walliser Fifa-Präsident stellt Saudiarabien zufrieden.
Herzliche Grüsse aus Bern
Diese Nachteile haben Auslandschweizer:innen in Deutschland und Finnland gegenüber EU-Bürger:innen.
Die Wahlen und die damit verbundene Aufregung – dank eines Rechenfehlers des Bundes ging die noch ein bisschen länger – sind vorbei. Zeit für die Politik, um sich wieder um die Dinge zu kümmern, die schon länger auf der To-do-Liste stehen: die Beziehung der Schweiz zur EU.
Die neuste Entwicklung in dieser Sache ist nicht gerade beziehungsfördernd: Die Schweiz beschuldigt die EU, sie diskriminiere Schweizer Staatsangehörige. In Finnland brauchen Schweizer:innen eine Bewilligung, um eine Immobilie zu kaufen. Und in Deutschland erhalten Schweizer Rentner:innen keine Pauschale von 300 Euro zur Abfederung der hohen Energiepreise.
Brüssel im Gegenzug wirft der Schweiz vor, ihren Verpflichtungen aus dem Freizügigkeitsabkommen nicht nachzukommen. Wie das weitergehen soll, ist unklar. Die Strategie des Bundesrats ist seit Monaten geheim.
- Lesen Sie in der Analyse meines Kollegen Balz RigendingerExterner Link alles über die neusten Entwicklungen in der Beziehung Schweiz-EU und über die möglichen Zukunftsszenarien.
- Warum ist diese Beziehung so kompliziert? Wir haben Anfang Jahr ein Video zum Thema gemacht.
- Bei den Nationalparks schaut die EU gerne bei der Schweiz ab: Mein Kollege Giannis Mavris war mit der EU im Wald unterwegs.
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Vor 30 Jahren noch unmöglich: Jetzt kann in der Schweiz auch Nassreis angebaut werden.
Was für Bilder haben Sie im Kopf, wenn Sie an Reisanbau denken? Ich denke an grüne Reisterrassen, tropische Pflanzen, nasse Füsse. Und sicher nicht an ein Feld in Stetten (AG). Doch dort wächst auch Reis.
Lukas Neuhaus und seine Frau Natalie Neuhaus leisten Pionierarbeit: Ihr Betrieb ist einer von zwölf, die in der Schweiz Nassreis anbauen. Das wäre vor 30 Jahren noch unmöglich gewesen, zu kalt waren Frühling und Herbst. Doch dank des Klimawandels gedeiht der Bioreis und freut sich im Sommer über die Hitze.
Die Felder werden mit Wasser aus der Reuss feucht gehalten. Die Feuchtgebiete bieten neben dem Reis auch anderen Pflanzen sowie Tieren einen Lebensraum. Nur finanziell lohnt sich der Reisanbau (noch) nicht.
- Lesen Sie hierExterner Link im Artikel im Blick, wie der Reisanbau im Aargau funktioniert.
- In unserem Artikel können Sie lesen, wie ein Auslandschweizer in Südamerika zum Landwirtschafts-Revolutionär wurde.
- Im Herbst werden in der Schweiz die Zuckerrüben geerntet. Doch Biozuckerrüben werden jedes Jahr tonnenenweise aus dem Ausland importiert – Bericht von SRFExterner Link.
Der nächste Coup des Gianni Infantino: Fussball-Männerweltmeisterschaft findet 2034 in Saudiarabien statt.
Dass Gianni Infantino, der Walliser Präsident der Fifa, eine Schwäche für reiche arabische Staaten hat, ist spätestens seit der Fussball-WM in Katar 2022 klar. Nun hat er es wieder getan: Das Turnier soll 2034 in Saudiarabien stattfinden.
Wie fliessend bei Infantino die Trennung zwischen Persönlichem und Beruflichem ist, zeigt sein Kommunikationskanal für diese Nachricht: Infantino hat den Austragungsort auf seinem privaten Instagram-Profil verkündet.
Der Tages-Anzeiger hat in einer internationalen Presseschau die Reaktionen festgehalten. «Infantino hat die Vergabe der Fussballweltmeisterschaft zum Schachspiel entwickelt», urteilt die «Süddeutsche Zeitung». Ein Schachspiel, aus dem zwei Gewinner hervorgehen: Das schwerreiche Saudiarabien bekommt seinen Willen und die Fifa “hat einen Verbündeten mit tiefen Taschen”, wie der Telegraph schreibt. Die Verlierer:innen gibt es auch: Human Rights Watch warnt vor dem Risiko vor Korruption und schweren Menschenrechtsverletzungen.
- Artikel des Tages-AnzeigersExterner Link über die WM-Vergabe nach Saudiarabien. (Paywall)
- Auch 20 MinutenExterner Link hat über die WM-Vergabe berichtet.
- Für die Fussball-WM in Katar verliessen tausende nepalesische Wanderarbeiter ihre Heimat. Zurück blieben die Frauen, deren Arbeitslast sich erhöhte. Äusserst lesenswerter Artikel meines Kollegen Anand Chandrasekhar.
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Wer kümmert sich dann um mich? Älter werden ohne Kinder will gut organisiert sein.
Trotz diverser Einrichtungen ist das Schweizer Pflegesystem immer noch darauf ausgerichtet, dass Kinder sich um ihre betagten Eltern kümmern. Sie übernehmen Botengänge, begleiten sie zu medizinischen Untersuchungen und organisieren den Platz im Pflegeheim.
Doch immer mehr Menschen in der Schweiz haben keine Kinder. Oder die Kinder wohnen weit weg. Wie ergeht es den Kinderlosen, wenn sie älter werden? Glücklicherweise sind Senior:innen in der Schweiz nicht auf sich alleine gestellt.
Wer keine Kinder hat, muss sich jedoch gut organisieren. Im Idealfall, bevor etwas passiert. Externe Unterstützungsangebote sind durchaus vorhanden, aber nicht alle älteren Menschen wissen davon. Und dann muss man sich eine Betreuung auch noch leisten können.
- In unserer Kuration von SRFExterner Link können Sie lesen, wie verschiedene kinderlose Senior:innen ihr Leben leben.
- Wichtig für ein erfülltes Leben im Alter ist ein gutes Umfeld. Statt Kinder können das auch Freund:innen und Bekannte sein, wie ich in meinem Artikel über ältere Menschen, deren Grosskinderwunsch unerfüllt blieb, geschrieben habe.
- Die Lücke bei der Betreuung gibt es auch umgekehrt: Ältere Menschen kümmern sich oft um Enkelkinder oder andere Familienmitglieder. Doch bald gehört diese Generation selbst zu den Betagten – Artikel von SWI swissinfo.ch.
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