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Wachturm und Elektrozaun des Vernichtungslagers Auschwitz im Winter mit Schnee

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Nina Weil gehörte gewissermassen zur "letzten Generation" von Menschen, die den Holocaust in den Vernichtungslagern der Nazis überlebt hatte. Jetzt ist in Zürich ihre Stimme der Erinnerung für immer verstummt.

Beste Grüsse aus Bern

ältere Frau, die auf einem Sofa sitzt und in die Kamera schaut
Gamaraal Foundation

Die Hoffnung erfüllte sich nicht: Mit dem Ende des dritten Reiches 1945 ist der Antisemitismus keineswegs verschwunden.

Nach dem schockierenden Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und der Kriegserklärung Israels gegen die Organisation bejubelten Menschen auch in Europa einen Massenmord an Jüdinnen und Juden. Oder sie schwiegen dazu. Das muss das für Nina Weil als Shoah-Überlebende ein Schock gewesen sein.

Sie trug auf dem linken Arm die Häftlingsnummer 71’978. Sie war ihr eintätowiert worden, als sie als 12-jähriges Mädchen ins Todeslager Auschwitz kam.

Jahrelang hatte sie an Schulen, Bildungsinstitutionen und Veranstaltungen vom Grauen erzählt, dass sie im Vernichtungslager erlebt hatte. Etwa die «Selektionen» vom Arzt Josef Mengele und dem Tod ihrer Mutter.

Nun ist ihre Stimme, welche die Herzen vieler Menschen berührt hatte, endgültig verstummt.

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junger Mann mit Bart, der locker im Stuhl sitzend ein Interview gibt
Vera Leysinger/SWI swissinfo.ch

Sein Name: Fatmir Pervorfi. Sein Wohnort: Pristina in Kosovo. Seine Familie: ohne Schweizer Wurzeln. Seine Sprache: Schweizer Mundart.

Die spricht der 25-Jährige perfekt. Obwohl er als Kleinkind nur kurz in der Schweiz gelebt hat – bevor er überhaupt sprechen konnte. Obwohl er keine Pläne hat, seine Heimat erneut Richtung Schweiz zu verlassen.

Wie kommt das? Die Schlüsselrolle spielten seine Cousins: Deren Familien waren wegen des Kriegs 1998/99 ebenfalls in die Schweiz geflüchtet, aber danach hiergeblieben. Als sie in den Sommerferien jeweils in den Kosovo zurück gingen, brachten sie dem kleinen Sprachtalent Schweizerdeutsch bei.

Es war dies die Grundlage für vielfältige Verbindungen in die Schweiz, die bis heute anhalten. Dies gilt auch für sein Privatleben: Fatmir Pervorfi ist mit einer Studentin der Hochschule St. Gallen zusammen. Das Paar führt eine Fernbeziehung, getrennt durch 1000 Kilometer.

Kondukteur in einem Zug, der einen Swiss Pass kontrolliert
Keystone SDA

Bürokratie kann der reinste Irrsinn sein. Ein Solothurner kann davon ein Lied singen – und froh sein, dass er noch lebt.

Er ist Kunde der SBB, der Schweizerischen Bundesbahnen. Und als solcher stirbt er gefühlte tausend Tode. Dabei ist der Mann quicklebendig.

Nur: Die SBB sperrt ihm jeden Monat sein Swisspass-Konto. Billettkaufen: Fehlanzeige. Er entwickelt eine Routine: SBB anrufen, dann folgt die Freischaltung.

Doch das wird dem Kunden, der höchstens ein ewig sterbender König ist, zu blöd. Ein Kollege, der bei der Bahn arbeitet, findet schliesslich den Fehler heraus: «Verstorben» heisst es irrtümlich im Konto des Kunden.

Trotz Rückmeldung des falschen Toten, dass er ein echter lebendiger Mensch sei, gibt es für ihn immer noch keine Rückkehr: Auch im nächsten Monat lässt ihn die SBB wieder sterben.

Nach einer Intervention von Schweizer Radio SRF soll nun das Missverständnis behoben sein. Ich wünsche dem armen SBB-Kunden ein langes Leben! Und den SBB möchte ich mitgeben, dass a) tote Kunden schlechte Kunden sind und dass sie b) nicht Gott spielen sollen.

Jan Ullrich als Veloprofi in einem Rennen
Keystone

Zweimal gewann Jan Ullrich, ein ganz grosser des Radsports seiner Zeit, die Tour de Suisse. Jetzt hat er Doping gestanden – endlich.

Der Deutsche war ein Jahrhunderttalent: Amateurweltmeister, Sieger der Tour de France. Mit 23 Jahren fuhr sich der begnadete Allrounder in den Radsport-Olymp.

Wenn da bloss diese Epoche nicht gewesen wäre: Die 1990er- und die Nullerjahre gingen als dunkle Ära des flächendeckenden Dopings in die Sportgeschichte ein.

Während alle anderen Hauptkonkurrenten zähneknirschend oder weinend gestanden, oder mit dem Leben für den Betrug bezahlten, schwieg «Ulle» eisern. Obwohl er auf der Kundenliste des aufgeflogenen spanischen Blutpanschers Dr. Fuentes stand.

Mit einem Beutel mit sauerstoffreichem Eigenblut, das er sich via Kanüle frankensteinmässig wieder in die Adern fliessen liess, stellte Ullrich anno 2004 auch den Gesamtsieg an der Tour de Suisse sicher: Im abschliessenden Zeitfahren fing er den bis dahin führenden Schweizer Fabian Jeker ab und siegte schliesslich um ganze 1,37 Sekunden.

Knapp 20 Jahre später ist also Jeker der neue, richtige Sieger der TdS 2004. Zwar noch nicht offiziell, aber zumindest moralisch.

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