Die Woche in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Ich kann mir gut vorstellen, dass die meisten Menschen in der Schweiz diese Woche zu Hause geblieben sind, die Jalousien heruntergelassen und die Füsse in einen Eimer mit kaltem Wasser gesteckt haben.
Doch generell reisen immer mehr Schweizer:innen ins Ausland – und immer mehr von ihnen geraten in Schwierigkeiten und benötigen staatliche Hilfe. Die Botschaft aus Bern ist klar: Wer ins Ausland reist oder dort lebt, ist selbst für seine Sicherheit verantwortlich.
Freundliche Grüsse
Während diese Woche in ganz Europa Temperaturrekorde gebrochen wurden, wurden in einigen Schweizer Kantonen Feuerverbote verhängt. Spitäler und die Schweizerischen Bundesbahnen SBB hatten mit hitzebedingten Herausforderungen zu kämpfen und Lehrkräfte forderten landesweite Schutzmassnahmen.
Am Donnerstag wurde in der Schweiz ein seit fast 80 Jahren bestehender Hitzerekord gebrochen. An nicht weniger als vier Messstationen stieg das Thermometer auf über 37°C. Dies ist die höchste jemals im Juni gemessene Temperatur in der Schweiz. Die höchste je gemessene Temperatur beträgt 41,5 °C, 2003 in Graubünden.
Einen Tag zuvor hatte die Aare am Marzilibad in Bern mit 23,42°C einen Juni-Rekord aufgestellt. Am Freitag wurden die beiden Kernreaktoren von Beznau im Kanton Aargau, die mit Wasser aus der Aare gekühlt werden, vom Netz genommen. Damit soll eine Überhitzung des Flusswassers verhindert werden.
Die Hitzewelle und ein aussergewöhnlich trockener Frühling erhöhen zudem in weiten Teilen des Landes das Waldbrandrisiko erheblich. Mehrere Kantone, darunter das Wallis, der Aargau und Teile von Graubünden, haben bereits ein generelles Feuerverbot verhängt, während in anderen Kantonen wie Freiburg, Waadt und Genf teilweise Einschränkungen gelten. Aktuelle Informationen zur Waldbrandgefahr finden Sie auf der Website der Regierung.
Die SBB verzeichneten aufgrund der Hitze eine Reihe von Störungen an der Bahninfrastruktur und am Rollmaterial. Dazu zählen Überhitzungen von Fahrmotoren und Ausfälle von Klimaanlagen. In den letzten Tagen kam es vereinzelt zu Verspätungen und Ausfällen im Bahnverkehr, doch insgesamt verläuft der Betrieb reibungslos.
Während die meisten Krankenhäuser keinen nennenswerten Anstieg verzeichneten, meldeten das Universitätsspital Zürich und die Notfallabteilungen im Tessin jeweils einen Anstieg der Fälle um zehn Prozent, wie der SRF am Donnerstag berichtete.
Der Schweizer Lehrerverband hat seinerseits Anpassungen der schulischen Infrastruktur in der ganzen Schweiz sowie die Einführung klarer Verfahren gefordert. Bei Temperaturen über 26 °C müsse der Stundenplan angepasst und der Unterricht in kühlere Räume verlegt werden. Sobald die Temperaturen 30°C erreichen, müsse der Unterricht ausgesetzt werden.
Die Verhandlungsführer der Vereinigten Staaten und des Irans trafen sich am Sonntag und Montag in der Schweiz, um zu versuchen, den Krieg zu beenden.
Die Schweiz begrüsste die «konstruktiven Fortschritte» im Bürgenstock Resort mit Blick auf den Vierwaldstättersee und bezeichnete die Einrichtung eines hochrangigen Ausschusses zur Fortsetzung der Verhandlungen als «positiven Schritt».
Ursprünglich war das Treffen für Freitag, den 19. Juni angesetzt, doch die Unterzeichnung des Abkommens durch US-Präsident Donald Trump zwei Tage zuvor in Frankreich sowie das gegenseitige Misstrauen der Parteien hatten zu einer Verzögerung geführt. Nach einiger Unsicherheit fand das Gipfeltreffen schliesslich am Sonntag statt. Neben US-Vizepräsident JD Vance und dem Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammed Ghalibaf, nahmen auch die Premierminister von Katar und Pakistan teil.
Das Bürgenstock Resort hatte weniger als 48 Stunden Zeit, um die Verhandlungen zu organisieren. In der Folge musste es 1200 Buchungen mit insgesamt mehr als 2000 Gästen stornieren. Zudem verursachte die Einrichtung einer Flugverbotszone rund um den Bürgenstock eine technische Störung bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide, welche den Flugverkehr am Flughafen Zürich beeinträchtigte. Dennoch bewertete der Kanton Nidwalden die Veranstaltung positiv und erklärte, die Sicherheit sei zu jeder Zeit gewährleistet gewesen.
Der Bund kündigte an, den Verhandlungsprozess weiterhin zu unterstützen. «Unser Ziel ist es, dass unsere Diplomatie weiterhin zur Deeskalation, Stabilität und zum Frieden beiträgt», sagte Nicolas Bideau, Sprecher des Schweizer Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA.
Schweizer Tourist:innen benötigen immer häufiger staatliche Hilfe: Im vergangenen Jahr leistete die Konsularische Direktion des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA in 1238 Fällen Hilfe für Schweizer Reisende. Das sind 14% mehr als im Vorjahr. Was ist da los?
Einerseits reisen die Schweizerinnen und Schweizer vermehrt ins Ausland: Im Jahr 2025 gab es rund 12 Millionen Reisen mit einer Dauer von mehr als einem Tag. Laut der Konsularischen Direktion ist zudem ein Trend zu Abenteuerreisen zu beobachten, also zu Reisen in gefährliche Länder.
Der Anstieg der Fälle von konsularischem Schutz im Jahr 2025 lässt sich unter anderem durch eine Zunahme psychischer Notfälle auf Auslandsreisen erklären. Zudem erkrankten mehr Schweizerinnen und Schweizer im Rentenalter im Ausland.
Schliesslich, so das EDA, organisieren immer mehr Menschen ihre Reise ohne Unterstützung von einem Reiseveranstalter und oft ohne die notwendige Vorbereitung. Vor den Sommerferien hat das EDA die Bevölkerung an die Möglichkeiten – und vor allem an die Grenzen – der konsularischen Hilfe erinnert. Die Botschaft ist klar: Die Schweiz hilft in Notfällen, aber nur als letztes Mittel. Wer ins Ausland reist oder dort lebt, bleibt für die eigene Sicherheit verantwortlich.
Die Schweiz hat sich als Gruppensieger für die K.-o.-Runde der letzten 32 bei der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert. Am Mittwoch besiegte sie in Vancouver den Mitausrichter Kanada mit 2:1. Zuvor hatten die Schweizer gegen Katar ein 1:1-Unentschieden erzielt und Bosnien-Herzegowina mit 4:1 geschlagen.
Die Schweizer Tore gegen Kanada fielen früh in der zweiten Halbzeit: Ruben Vargas traf 40 Sekunden nach Wiederanpfiff, Johan Manzambi elf Minuten später. Zwar kassierten sie 15 Minuten vor Schluss noch einen Gegentreffer, konnten den Sieg aber über die Zeit retten.
«Wir haben es uns selbst ein bisschen schwer gemacht. Aber ich muss sagen, das war heute eine grossartige Mannschaftsleistung», sagte der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin. «Wir haben Selbstvertrauen getankt. Jetzt können wir uns erholen und den Moment ein wenig geniessen. Wir haben jetzt zwei oder drei Tage Pause, dann beginnen die Vorbereitungen für die K.-o.-Runde.»
Die Schweiz bestreitet ihr Spiel im Sechzehntelfinale am Donnerstag (Freitag, 3. Juli, 5 Uhr morgens Schweizer Zeit) gegen einen Drittplatzierten aus einer anderen Gruppe. Auch dieses Spiel findet in Vancouver statt.
Die kommende Woche
Wirtschaftsminister Guy Parmelin reist am Montag zu einer zehntägigen Wirtschafts- und Wissenschaftsmission nach Nordamerika. Er wird dabei die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko besuchen. Am Donnerstag wird er zudem die Schweizer Fussballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Vancouver anfeuern.
Am Montag wird eine neue Studie zur Kernenergie in der Schweiz von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) und dem Paul-Scherrer-Institut (PSI) vorgestellt.
Am Freitag fällt der Vorhang für das 60. Montreux Jazz Festival, bei dem unter anderem Sting, Nick Cave und Deep Purple als Headliner auftreten. Beim Eröffnungskonzert tritt die britische Sängerin Raye auf. Das Festival dauert bis zum 18. Juli.
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