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Geld sprudelt nicht mehr Schweizer Hilfswerke geraten unter Druck

Ein Mann mit einem Reissack mit der Aufschrift HEKS

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) schickte beispielsweise Reis in die 2013 von einem Taifun verwüstete Gegend auf Panay Island auf den Philippinen.

(Keystone / Mark Demayo)

Konkurrenzdruck, Benachteiligung gegenüber internationalen Hilfswerken vonseiten der Europäischen Union, Spardruck – die Schweizer Hilfswerke kämpfen.

Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz HEKS gab am Dienstag bekannt, sechs Mitarbeiter entlassen und sich aus zwei Ländern zurückziehen zu müssen. Es ist ein Hilferuf der Hilfswerke.

Die Rahmenbedingungen seien in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. "Insbesondere aus politischen Gründen: Die Entwicklungszusammenarbeit der Hilfswerke steht teilweise massiv in der Kritik – aus unserer Sicht natürlich zu Unrecht."

Das stellt man auch bei Alliance Sud fest, dem Dachverband der Schweizer Hilfswerke. So forderten Politiker und Politikerinnen immer stärker, Entwicklungshilfe-Gelder zu kürzen, sagt Geschäftsführer Mark Herkenrath.

Aber auch der Konkurrenzkampf um Aufträge sei gross: "Mandate der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) beispielsweise werden international ausgeschrieben, während umgekehrt in der EU Mandate nur an Hilfswerke vergeben werden, die aus den EU-Ländern kommen. Da haben die Schweizer schlechte Karten."

Weiterer Nachteil aufgrund einer Initiative?

Diesen Kampf um Projekte kennt man auch bei Caritas. Es werde immer schwieriger und anspruchsvoller, Entwicklungshilfe-Projekte zu finanzieren, sagt Caritas-Sprecher Stefan Gribi. Die Bewerbungen bei der Deza würden immer aufwändiger: "Wenn man Mandate oder Aufträge nicht erhält, fehlen Mittel, auf die man gezählt hat." Wenn man ein Mandat dann aber bekomme, müsse man in der Regel sehr kurzfristig grosse und umfangreiche Projekte in Gang bringen.

Es herrschen Konkurrenzdruck, Spardruck und Benachteiligung gegenüber internationalen Hilfswerken. Und damit nicht genug: Die Schweizerische Volkspartei (SVP) droht gar, mit einer Initiative Geld von der Entwicklungshilfe in die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) zu verlagern.

So ein Vorhaben habe keine Chance, sind die Hilfswerke überzeugt. Denn im Gegensatz zum Bund sei der Rückhalt der Entwicklungshilfe in der Bevölkerung gross. Dies zeige sich auch darin, wie viel in der Schweiz privat an Hilfswerke gespendet werde.

SRF

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