Falun-Gong-Aktivisten aus China abgeschoben
35 westliche Falun-Gong-Aktivisten, darunter drei Schweizer, werden nach einer Protestaktion vom Dienstag aus China abgeschoben.
Das chinesische Staatsradio berichtete, dass die Falun-Gong-Aktivisten angewiesen worden seien, das Land innerhalb einer bestimmten Frist zu verlassen. Einer der festgenommenen Schweizer berichtete am Abend über sein Mobiltelefon, sie seien in das «Garden Airport Hotel» nahe dem Flughafen gebracht worden.
Die 35 Personen sind von den chinesischen Behörden wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verwarnt und zum Verlassen des Landes aufgefordert worden. Wie viel Zeit ihnen dafür bleibt, war nicht klar.
Mit ihrer Aktion auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking wollten die Falun-Gong-Mitglieder gegen die Verfolgung der in China verbotenen Meditations- Bewegung protestieren. Unter den Demonstranten waren neben den drei Schweizern auch ein in der Schweiz wohnhafter Spanier sowie Schweden, Franzosen, Briten, Kanadier, US-Amerikaner und Australier.
Auch westliche Medienleute wurden vorübergehend festgenommenen. Eine Kamera und Filmmaterial wurden konfisziert. Die Journalisten wurden nach einer zweistündigen Befragung wieder freigelassen.
Schweizer Behörden um Kontakt bemüht
«Wir sind in Kontak mit den chinesischen Behörden», erklärte Marianne Gramm, Botschaftssekretärin in Peking am Dienstag. Die Informationen, die sie über die Vorkommnisse von chinesischer Seite erhalten haben, «seien allerding sehr dürftig gewesen», erklärte Gramm.
Die Falun-Gong-Bewegung, die nach eigenen Angaben in China 70 Mio. Anhänger hat, ist seit Juli 1999 wegen angeblicher Umsturzpläne verboten. Menschenrechts-Organisationen zufolge starben bisher mehr als 150 Falun-Gong-Anhänger in Haft.
Die Lehre der Bewegung besteht in einer Verbindung aus traditioneller chinesischer Heilkunst und religiösen Ritualen aus dem Buddhismus und Hinduismus. Nach eigenen Angaben verfolgt sie keine politischen Ziele.
swissinfo und Agentur
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