Gegen ein Verbot von Minaretten
Der aus Christen, Juden und Muslimen bestehende Schweizerische Rat der Religionen stellt sich entschieden gegen die Minarett-Initiative. Die Vorlage instrumentalisiere Religion für politische Zwecke und erzeuge Misstrauen in der Bevölkerung.
Die Mitglieder des Rats der Religionen haben am Mittwoch ihre gemeinsame Stellungnahme gegen die von SVP- und EDU-Politikern lancierte Minarett-Initiative und «für ein Zusammenleben der Religionen in Frieden und Freiheit» präsentiert.
Der Schweizerische Rat der Religionen (SCR) setze auf Integration statt Ausgrenzung. Thomas Wipf, Ratsvorsitzender und Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) unterstrich aber auch, dass das Zustandekommen der Initiative «Gegen den Bau von Minaretten», über die am kommenden 29. November abgestimmt wird, Ausdruck von Sorgen und Ängste der Bevölkerung sei.
«Diese Sorgen und Befürchtungen müssen beachtet und ernst genommen werden», sagte Wipf.
Laut Herbert Winter, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG) ist zudem für das friedliche Zusammenleben aller Religionsgemeinschaften entscheidend, «welche Inhalte in den Kirchen, Moscheen und Synagogen vermittelt werden».
Es gelte dort wachsam zu sein, wo Gedankengut verbreitet werde, das gegen den Schweizer Rechtsstaat verstosse.
swissinfo.ch und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch