Navigation

HSH Nordbank bleibt tief in roten Zahlen (AF)

Dieser Inhalt wurde am 19. November 2009 - 15:50 publiziert

Hamburg (awp international) - Die angeschlagene HSH Nordbank bleibt tief in den roten Zahlen. Der Konzernverlust lag nach den ersten drei Quartalen bei 821 Millionen Euro, wie die Landesbank am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 466 Millionen Euro. Die Risikovorsorge wurde auf 1,8 Milliarden Euro mehr als verdreifacht und wegen der Krise in der internationalen Containerschifffahrt in diesem Finanzierungssegment deutlich aufgestockt. 2008 hatte die Bank insgesamt einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro verbucht. In dem aktuellen Verlust sind auch Zahlungen an die Anteilseigener Hamburg und Schleswig-Holstein (203 Mio) für deren Garantien, an den Sonderfonds SoFFin (83 Mio) sowie Restrukturierungskosten (79 Mio) enthalten.
Für Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher greifen die Sanierungsmassnahmen. Dazu gehört auch ein Stellenabbau, die Zahl der Mitarbeiter wurde von 5.070 auf 4.365 reduziert. "In der Gesamtschau hat sich die Lage der Bank weiter stabilisiert. Wir bleiben überzeugt, ab dem Jahr 2011 wieder positive Ergebnisse zeigen zu können", teilte der Vorstandschef mit. Die Kernkapitalquote war Ende September mit 10,2 Prozent erstmals zweistellig (Ende 208: 7,5 Prozent).
SANIERUNG FORTSETZEN
Die Gesamterträge des Geldinstituts kletterten auf 1,9 Milliarden Euro (zuvor 757 Mio). Dabei kam es durch die Erholung der internationalen Finanzmärkte zu einer Trendwende im Handels- und Finanzanlageergebnis, das von minus 720 Millionen Euro ins Plus mit 374 Millionen Euro drehte. Der Zins- und Provisionsüberschuss als weitere Einnahmequelle blieb mit 1,44 Milliarden Euro (zuvor 1,47 Mrd) stabil.
Die Landesbank will ihre Sanierung "konsequent fortsetzen", nächster Schritt ist Anfang Dezember eine interne Abbaubank, in die unter anderem ausländische Immobilienfinanzierungen oder "faule Wertpapiere" übertragen werden. Insgesamt wird in die "Restructuring Unit" eine Bilanzsumme von rund 100 Millionen Euro fliessen. Derzeit liegt sie bei 186 Millionen (Ende 2008: 208 Mio) Euro.
HOHE RISIKOVORSORGE BEI SCHIFF-FINANZIERUNG
Trotz erhöhter Risikovorsorge, die in der Schifffahrt von 22 auf 959 Millionen Euro gestiegen ist, rechnet der Schiff-Finanzierer 2009 "nur mit marginalen Ausfällen". Die Erträge dieses Bereiches stiegen bis Ende September um 51 Millionen auf 327 Millionen Euro. Dagegen gingen die Erträge im Immobiliensegment um 34 Millionen Euro auf 298 Millionen Euro zurück. Auch hier wurde die Risikovorsorge deutlich von 7,0 Millionen auf 247 Millionen Euro aufgestockt.
Auf der politischen Bühne ist unterdessen der Streit um die HSH- Managementbezüge erneut aufgeflammt. Der Landtag in Schleswig- Holstein beschloss am Mittwoch mit der Mehrheit von CDU und FDP, neuen Vorständen eine "variable, am langfristigen Erfolg des Konzerns orientierte Zusatzvergütung" zu ermöglichen. Bei den Alt-Vorständen gilt eine Gehaltsobergrenze von 500 000 Euro. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) verteidigte die Erfolgsprämien. "Wir möchten gerne, dass die Bank durch gute Leute schnell in die Gewinnzone kommt." Es sei sonst kaum möglich, neue Manager zu finden, ergänzte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. SPD-Fraktionschef Ralf Stegner warf der FDP "Missachtung des Parlaments" vor. Für eine Neuregelung müsste die Kieler Regierung auch den weiteren Anteilseigner Hamburg ins Boot bekommen./ak/nic/DP/edh

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?