Internet vor Umbruch – Mobilfunker erhalten in USA mehr Macht
(Keystone-SDA) Washington – Das Internet steht vor einem grundlegenden Umbruch: In den USA wurden am Dienstag die Spielregeln für das weltumspannende Datennetz neu festgelegt.
Die Telekommunikationsaufsicht (FCC) verabschiedete ein Regelwerk, nach dem Provider den Zugang zu ihren Leitungen begrenzen dürfen. Zur Debatte steht die Idee der sogenannten Netzneutralität, unter der alle Daten gleich schnell beim Nutzer ankommen sollen.
Das Netz wird vereinfacht gesagt zweigeteilt – bei Internetverbindungen per Handy hätten dann die Mobilfunk-Netzbetreiber wie Verizon Wireless oder AT&T viel stärker das Sagen und könnten sogar einzelne Dienste wie Skype unterbinden.
Dagegen soll sich das Internet für den Endnutzer zu Hause zunächst wenig ändern. Die Betreiber der schnellen Datenautobahnen – die Telekom- und Kabelkonzerne – dürfen künftig aber stärker in den Datenfluss auf ihrem Netz eingreifen, um Engpässe zu vermeiden.
Dabei können sie einzelne Internet-Seiten oder andere Anwendungen allerdings nicht blockieren, so lange kein Gesetzesverstoss vorliegt.
Kontroverses ThemaÜber Netzneutralität wird weltweit kontrovers diskutiert, die Entwicklung in den USA mit ihrer hoch entwickelten Internet-Wirtschaft wird aber international besonders aufmerksam beobachtet. In den USA wurde die Debatte von Google und Verizon befeuert, die im Sommer Vorschläge für eine kostenpflichtige privilegierte Netznutzung gemacht hatten.