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Kanton Bern macht vorwärts im Kampf gegen den Lehrpersonenmangel

Keystone-SDA

Die Bildungsdirektion des Kantons Bern verbucht die bisherigen Massnahmen gegen den Lehrpersonenmangel als Erfolg und stellt weitere in Aussicht. Pünktlich auf das neue Schuljahr sind die unbefristeten Stellen an der Berner Volksschule besetzt worden.

(Keystone-SDA) Auf dem Stellenportal des Kantons waren derweil noch 55 befristete Unterrichtspensen auf Volksschulstufe ausgeschrieben. Auch Speziallehrkräfte wurden nach wie vor gesucht. Trotzdem: «Unsere Massnahmen zeigen stark Wirkung», sagte Regierungsrätin Christine Häsler (Grüne) am Donnerstag vor den Medien.

Ein «sehr wichtiger Schritt» sei etwa die Stärkung der Klassenlehrpersonen gewesen. Diese erhalten seit dem Schuljahr 2024/25 eine Funktionszulage in der Höhe von monatlich 300 Franken sowie fünf zusätzliche Stellenprozente, um organisatorische und administrative Arbeiten zu erledigen.

Mehr Ressourcen für Sekretariate

Per anstehendem Schuljahr werden zudem die Anstellungsprozente der Schulleitungen aufgestockt, wie bereits bekannt war. Als nächste «Baustelle» sollen nun die Schulsekretariate gestärkt werden, erklärte Daniel Bichsel, Präsident des Verbands Bernischer Gemeinden. Das bedeutet konkret, dass sich der Kanton künftig finanziell an diesen beteiligen will.

Die Sekretariate werden derzeit auf Gemeindeebene organisiert und entsprechend unterschiedlich gehandhabt. Nun gelte es, gegen diese Ungleichheiten vorzugehen, sagte Bichsel, seinerseits SVP-Grossrat. Zunächst wird das Kantonsparlament über diese Anpassungen befinden müssen.

PHs bauen weiterhin aus

Ebenfalls laufend angepasst und weiterentwickelt werden die Angebote der Pädagogischen Hochschulen (PH), wie dem Communiqué von Häslers Bildungsdirektion zu entnehmen war. So hat die PH Bern diesen Sommer beispielsweise zum dritten Mal ein Sommercamp für Lehrpersonen ohne Diplom durchgeführt.

Zudem hätten bereits 42 Personen das 2024 lancierte CAS für das «Unterrichten mit ausländischem Diplom» besucht. Das Interesse daran sei anhaltend hoch, derzeit laufen laut Bildungsdirektion die Vorbereitungen für eine dritte Durchführung.

Mangel als Normalzustand

Es dürfte jedoch nicht nur bei diesen Massnahmen bleiben, fügte Christine Häsler an. «Wir müssen mit dem Wandel Schritt halten», sagte sie und verwies dabei etwa auf die steigenden Schülerinnen- und Schülerzahlen. Der Fachkräftemangel sei nach wie vor ernst zu nehmen, erklärte denn auch Niels Lang, Co-Präsident des Verbands Schulleitungen Bern: «Der Lehrpersonenmangel kann nicht mehr als Krise bezeichnet werden. Er ist Normalzustand.»

Das neue Schuljahr startet in den meisten Berner Gemeinden am kommenden Montag, im Berner Jura und in der Stadt Biel wird ab der Woche darauf wieder die Schulbank gedrückt. Rund 116’500 Kinder und Jugendliche dürften die Berner Kindergärten und Volksschulen besuchen. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht das einem leichten Anstieg um rund 1000 Schülerinnen und Schüler.

Polizei auf dem Schulweg

Im Zusammenhang mit dem Schulstart wird auch die Berner Kantonspolizei aktiv, wie sie am Donnerstag mitteilte. Im Rahmen einer nationalen Kampagne werde sie in den kommenden Wochen verstärkt entlang der Schulwege präsent sein und Kontrollen durchführen. Die Polizei appelliert an Fahrzeuglenkende und Erziehungsberechtigte, mit gutem Beispiel voranzugehen.

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