Abschluss des Dokumentarfilm- festivals «Visions du réel» in Nyon
Die Hauptpreise des 6. Dokumentarfilm- festivals "Visions du réel" in Nyon gehen an Holland, Deutschland, Frankreich und Polen. Die Schweiz geht leer aus. Das Festival ist am Sonntag (07.05.) zu Ende gegangen.
Der mit 15’000 Franken dotierte Grosse Preis des Festivals ‚Visions du réel‘ geht an den zweieinhalbstündigen holländischen Beitrag ‚De grote vakantie‘ (Die grossen Ferien) von Johan van der Keuken. Mit dem sehr persönlichen Film des Altmeisters aus den Niederlanden war das Festival letzten Montag eröffnet worden.
Der 62-jährige Dokumentarfilmer, dessen Filmografie bereits über 50 Titel aufweist, hat vor eineinhalb Jahren erfahren, dass er Prostatakrebs hat. Zusammen mit seiner Frau ist er zu einer Reise um die Welt aufgebrochen, um diese filmisch nochmals festzuhalten.
Das Resultat dieser ‚Chronik meiner eigenen Sicht auf die Welt‘, wie der Regisseur ‚De grote vakantie‘ nennt, ist ein Kaleidoskop von filmischen Eindrücken aus verschiedenen Lebensgemeinschaften und Kulturen. Van der Keuken neustes Werk hatte bereits an den Festivals in Rotterdam und Berlin für Aufsehen gesorgt.
Nebenpreise
Den zweiten Preis hat die internationale Jury ex aequo dem deutschen Film ‚Der Boxprinz‘ von Gerk Kroske und dem französischen Beitrag ‚La terre des âmes errantes‘ von Rithy Panh zugesprochen. Der Kurzfilmpreis geht an den polnischen Film ‚Sisters‘ von Pawel Lonzinski. Die drei Regisseure haben am Samstag abend im Beisein von Bundesrätin Ruth Dreifuss je 3500 Franken erhalten.
Die Publikumspreise gehen an den finnischen Beitrag ‚Soapdealer’s Sunday‘ von Susanna Helke und Virpi Suutari, und an den russischen Film ‚The Fourth Dimension‘ von Vladimir Eisner. Schliesslich gingen Preise an ‚I love (080)‘ von Yang Li-Chou aus Taiwan, ‚Les fantômes de Victoria‘ von Ronnie Ramirez aus Belgien sowie an ‚The Jano Brothers‘ von Andrea Mako aus Ungarn.
Insgesamt 16’000 Besucher sahen sich während einer Woche in vier Kinos rund 130 Dokumentarfilme aus 31 Ländern an. Die Schweiz war mit 15 Filmen in Nyon vertreten, darunter im Wettbewerb mit ‚Jour de nuit‘ von Dieter Fahrer und Bernhard Nick, ‚Les bas-fonds‘ von Denise Gilliand und dem Kurzfilm ‚Sanyu‘ von Robert Frank.
swissinfo und Agenturen
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