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«Bücher statt Bomben»

Die Eröffnung der "Swiss Lounge". Keystone

Mit einem Plädoyer für das Kulturgut Buch ist die Leipziger Buchmesse eröffnet worden.

Die Schweiz wolle mit Büchern Brücken zur Verständigung der Kulturen und Völker bauen, sagte Pro Helvetia-Direktor Pius Knüsel.

An der Eröffnung der «Swiss Lounge» betonte Knüsel, es sei unter anderem die Literatur, die sein viersprachiges Land zusammen halte. Die Buchmesse habe auch in schwerer weltpolitischer Situation ihre Bedeutung. «Bücher statt Bomben», forderte der Chef der Schweizer Kulturstiftung.

Die Welt zum Denken bringen

Mit Blick auf den Irak-Krieg sagte die deutsche Kulturstaatsministerin Christina Weiss: «Natürlich verhindert die Literatur keinen Krieg. Aber sie kann die Welt zum Denken bringen». Bücher seien ein zutiefst demokratisches Mittel, sagte Weiss weiter.

Deshalb sei Literatur auch vor dem Hintergrund des Irak- Konfliktes so wichtig: «Mit dem Lesen kann man Sprache lernen. Und mit der Sprache kann man versuchen, Konflikte auf etwas klügere Weise auszuräumen».

Gastland Schweiz: Zwei Literaturpreise

Die Schweiz steht im Mittelpunkt der Messe. Die von einem Basler Architekten aus diesem Anlass gestaltete «Swiss Lounge» bleibt auch 2004 und 2005 erhalten. Im Gemeinschafts-Stand präsentieren rund neunzig Schweizer Verlagshäuser über tausend Buchtitel.

Im Rahmen der Messe erhielt der in Irland lebende Schweizer Schriftsteller Hansjörg Schertenleib den mit 10 000 Euro dotierten «neuen deutschen literaturpreis». Ausserdem wird der St. Galler Lyriker, Übersetzer und Slawist Felix Philipp Ingold mit dem Ernst Jandl-Preis für Lyrik geehrt.

Generalthema Irak-Krieg

An vielen Verlagsständen bestimmten Gespräche über die ersten Bombenangriffe der USA das Geschehen. Bei allen politischen Veranstaltungen sei das Publikumsinteresse extrem stark, sagte eine Buchmesse-Sprecherin.

Bis zum Sonntag rechnen die Veranstalter mit 80 000 Fach- und Privatbesuchern. Allerdings sagten wegen der weltpolitischen Lage einige Politiker und Autoren ihren Leipzig-Besuch ab.

Eine Absage des Schweizer Messeauftritts sei nie in Frage gekommen, sagte der Geschäftsführer des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbandes (SBVV), Martin Jann: «Wir haben viel Arbeit investiert, um ein Stück Schweiz in Leipzig zu präsentieren».

swissinfo und Agenturen

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