Demontage von swissinfo/SRI inakzeptabel
"Unverständlich", kommentiert der Publikumsrat den Entscheid der SRG SSR idée suisse, swissinfo/SRI auf einen englischen Dienst zu reduzieren.
Das innovative und erfolgreiche Multimediaportal dürfe nicht über Bord gekippt werden.
swissinfo/SRI sei als Ersatz für den Kurzwellendienst mit grossem Einsatz über Jahre aufgebaut worden, schreibt der Publikumsrat. Damit habe die SRG die ihr erteilte Konzession erfüllt.
Mit der neunsprachigen Plattform habe die SRG eine technische und publizistische Pionierleistung erbracht. Die Demontage von www.swissinfo.org komme einer Verschleuderung von Ressourcen und der Preisgabe einer strategischen Erfolgsposition gleich.
«swissinfo/SRI hat sich als effizientes und kostengünstiges Instrument der schweizerischen Präsenz in der Welt erwiesen. Es weist stetig steigende Nutzerzahlen auf.»
Draht zur Schweiz
swissinfo/SRI sei ein wichtiges Bindeglied zu den über 620’000 Schweizerinnen und Schweizern mit Wohnsitz im Ausland. Unentbehrlich sei die Informationsquelle insbesondere für die bald 100’000 Stimmberechtigten im Ausland.
Die Bedürfnisse eines internationalen Publikums könnten nicht dadurch abgedeckt werden, dass Produktionen für den Inlandmarkt einfach rezykliert würden. Nach Überzeugung des Publikumsrates kann die SRG den ihr erteilten (und vom Parlament bei der Revision des RTVG soeben erneuerten) Auslandauftrag nur erfüllen, wenn sie über eine eigenständige, starke, für den internationalen Markt spezialisierte Auslandabteilung verfügt.
Mit dem Blick des Zielpublikums
Der Publikumsrat hat die Aufgabe, die Produktionen von swissinfo/SRI aus der Perspektive des Zielpublikums zu beobachten und die Interessen der Nutzerinnen und Nutzer gegenüber der Unternehmensleitung und den Programmverantwortlichen des Auslandzweiges der SRG SSR idée suisse zu vertreten.
SP-Schweiz: «Stilllegung kontraproduktiv»
Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) will den Entscheid der SRG in der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats zur Sprache bringen. In einer Zeit, in der sich die Schweiz alle Mühe gebe, in der Welt wahrgenommen zu werden, wirke die Stilllegung der wichtigsten und modernsten Informationsquelle kontraproduktiv.
Die SP fordert die für den definitiven Entscheid zuständige Aufsichts-Behörde auf, keine voreiligen Beschlüsse zu fassen, sondern diese auf das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG), die angekündigte Online-Strategie der SRG und die Koordination mit anderen Präsenz-Schweiz Aktivitäten abzustützen.
swissinfo und Agenturen
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