Garantien für freie Medien-Arbeit gefordert
Die Hilfsorganisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF) hat von den USA verlangt, in einem Irak-Krieg "die Freiheit und Sicherheit der Journalisten zu garantieren".
RSF befürchtet, dass die aufgestellten Regeln für die Medien vom US-Militär zu streng ausgelegt werden oder zu vage gefasst sein könnten.
Reporter ohne Grenzen argwöhnen, dass der jeweilige Truppen-Befehlshaber allein nach Belieben befinden könnte, ob und wann eine Information veröffentlicht werden dürfe.
Die USA haben mehr als 600 Medienvertreter aus der ganzen Welt eingeladen, «integriert» in die amerikanischen Streitkräfte über den Konflikt zu berichten. Die Journalisten müssen sich nach den Angaben von «Reporters sans frontières» schriftlich verpflichten, während ihrer Arbeit in den Streitkräften etwa 50 Regeln einzuhalten.
Extrem ungenau werde dabei zwischen Hintergrundinformationen und den Fakten unterschieden, die veröffentlicht werden dürften. Ausserdem könne ein Kommandant eine nicht näher präzisierte Sperrfrist über einen Bericht verhängen und mit der «Sicherung der Militäroperationen» begründen.
Informations-Zugang ermöglichen
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) erklärte, eine freie und kritische Berichterstattung werde mit näher rückendem Kriegsbeginn immer unwahrscheinlicher. Deutsche und europäische Journalisten seien vom US-Militär weit vom Schauplatz entfernt untergebracht worden. Schon jetzt zeige sich in den Fernsehbeiträgen eine Tendenz zur Kritiklosigkeit, sagte der DJV-Vorsitzende Rolf Lauterbach.
Die USA sollten laut RSF auch öffentlich versichern, dass die nicht in das Militär integrierten Journalisten ausreichend frei und ungefährdet arbeiten könnten, und auch ihnen Zugang zu Informationen geben.
Die Organisation begrüsst grundsätzlich die «neue Politik» der Amerikaner, die «theoretisch» eine bessere Berichterstattung als im Golfkrieg 1991 ermöglichen dürfte. Aber allein in der Praxis werde sich zeigen, ob die sehr strikten Auflagen «den für die Journalisten notwendigen Grad an Unabhängigkeit und Freiheit gewährleisten».
swissinfo und Agenturen
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