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Kinojahr 1999 – ohne Titanic-Effekt weniger Besucherinnen und Besucher

Nach dem "Titanic"-Jahr 1998 mit Rekordumsätzen verzeichnete die Schweizer Kinobranche im letzten Jahr einen Besucherrückgang von rund fünf Prozent. Erfolgreichster Schweizer Film war "Beresina" von Daniel Schmid (Szenenbild).

Nach dem «Titanic»-Jahr 1998 mit Rekordumsätzen verzeichnete die Schweizer Kinobranche im letzten Jahr einen Besucherrückgang von rund fünf Prozent. Erfolgreichster Schweizer Film war «Beresina» von Daniel Schmid (Szenenbild).

Nach dem Boom von 1998, der auf die sensationellen Zahlen von «Titanic» zurückzuführen war, kehrte 1999 in der Schweiz wieder die Normalität ein. Kein Film erreichte auch nur annähernd die Zahlen des Untergangsepos «Titanic», das 1998 mit fast zwei Millionen Eintritten einen absoluten Rekord aufstellte.

Die Gesamtzuschauerzahl sank 1999 mit rund 15,1 Millionen Eintritten auf den Stand von 1996 (1998: 15,9 Mio.), was einem Rückgang von fünf Prozent entspricht. Die Branche zeigt sich jedoch vom Kinojahr 1999 befriedigt; die Zahlen entsprächen, nach dem Ausnahmejahr 1998, den Erwartungen.

Britische Romanze «Notting Hill» Jahressieger

1999 war ein Jahr der Rückkehr zur Situation vor 1998: Das US- Kino, das 1998 dank «Titanic» kräftig zugelegt hatte, büsste 1999 markant Zuschaueranteile ein. Sein Marktanteil, der 1998 bei 80 Prozent lag, fiel auf 75 Prozent zurück.

Das europäische Kino ist 1999 mit der britischen Romanze «Notting Hill» (710’000 Eintritte) deutlicher Jahressieger und hat mit der britischen James Bond-Produktion «The World is Not Enough» und dem französischen Realcomic «Asterix & Obelix» zwei weitere Titel unter den ersten Zehn, wie die Statistik des Schweizerischen Filmverleiher-Verbandes zeigt.

Der Schweizer Marktanteil ist, nach einem Rekordtief von 1,5 Prozent im 1998, wieder auf den Wert des Vorjahres (rund 2 Prozent) gestiegen. Zwei der fünf erfolgreichsten Schweizer Filme sind als minoritäre Koproduktionen im Ausland entstanden: der Berliner Holocaust-Krimi «Meschugge» von Dani Levy und das kanadische Adoleszenz-Drama «Emporte-moi» von Léa Pool.

Das Gros der Schweizer Filme, die dank der Förderung «Succès cinéma» jetzt alle ins Kino kommen, hat jedoch auch 1999 nur wenige tausend Kinobesucher erreicht. Als bester Dokumentarfilm und bester deutscher Film liegt «Buena Vista Social Club» von Wim Wenders auf Rang 33 der Jahresliste. Der beste Schweizer Dokumentarfilm «Der Meienberg» liegt abgeschlagen auf den hinteren Rängen.

Erfolg für Schweizer Komödie «Beresina»

Der Schweizer Film, dessen Marktanteil seit Jahren um die zwei Prozent pendelt, hat 1999 mit Daniel Schmids «Beresina oder die letzten Tage der Schweiz» (Bild: Altdivisionaer, Martin Benrath, vereidigt die Russin, Elena Panova, vor einem Alpenreduit) mit 118’000 Eintritten auf Rang 38 einen Achtungserfolg erzielen können.

Erstes Multiplex-Kino

Die Zahl der Kinoleinwände hat, nach der Eröffnung des ersten Schweizer Multiplexkinos mit 13 Sälen Mitte November in Genf, auf 514 (1998: 503) zugenommen. Im Raum Genf konnten nach der Eröffnung die Eintrittszahlen um rund 25 Prozent gesteigert werden.

Da in der Schweiz keine Einnahmen in Franken veröffentlicht werden, kann über die Umsatzzahlen nichts ausgesagt werden. Wegen des stabil gebliebenen Durchschnittseintrittspreises in den Kinos von 13.50 Franken muss für 1999 von einem leichten Umsatzrückgang ausgegangen werden.

swissinfo und Agenturen


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