In dieser Sekunde werden rund um den Globus Millionen von Fotos geschossen und ins Netz hochgeladen. In einer Welt voller Bilder glaubt der Schweizer Fotograf Michael von Graffenried aber immer noch oder erst recht, dass die Arbeit von Profis unentbehrlich ist.
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Ich bin ein Visual Storytelling Producer, der sich auf lange und serielle Multimedia-Produktionen spezialisiert hat. Ich arbeite mit Journalisten zusammen, um Tools und Arbeitsabläufe in verschiedenen Sprachen zu verbessern, die Einhaltung des Inhaltsstils zu gewährleisten und die Recherche und Umsetzung innovativer visueller Techniken zu leiten.
In Italien geboren und in Afrika aufgewachsen, bin ich heute in der Schweiz zu Hause. Ich habe an der Italienischen Nationalen Filmschule Filmregie studiert und als Dokumentarfilmeditor und Regisseur/Produzent in Berlin und Wien gearbeitet. Ich habe mich darauf spezialisiert, Multimedia in fesselnde Geschichten zu verwandeln.
Als Online-Redakteur in der portugiesischsprachigen Redaktion, der für die Kulturberichterstattung von SWI swissinfo.ch verantwortlich ist, arbeite ich als Reporter, Redaktor, Kunst- und Filmkritiker und koordiniere zudem freie Mitarbeitende.
Geboren in São Paulo, Brasilien, studierte ich Film und Wirtschaft, machte aber eine Karriere im Journalismus in verschiedenen Funktionen (Reporter, Redaktor, internationaler Korrespondent), bevor ich zum Dokumentarfilm wechselte, als Entwickler und Produzent, und dann zur bildenden Kunst (im Kunstverlag und als Kurator). Seit 2017 bin ich bei SWI swissinfo.ch, wo ich diese breite Erfahrung in die Koordination unserer Kulturabteilung einbringen kann.
Ich bin die Direktorin von SWI swissinfo.ch und Mitglied der Geschäftsleitung der SRG.
Geboren 1978 in Graubünden, habe ich Germanistik, Wirtschaft und Politik studiert. Meine journalistische Laufbahn begann ich als freischaffende Journalistin für lokale und regionale Medien. Es folgte ein Jahrzehnt Chefredaktorin zunächst beim Bündner Tagblatt und später bei SWI swissinfo.ch bis 2022. Seit 2019 leite ich als Direktorin die internationale Plattform SWI swissinfo.ch und bin Mitglied der Geschäftsleitung der SRG.
Der Fotojournalismus ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Um dessen Wert zu unterstreichen und die Macht des Bildes in der Nachrichtenberichterstattung zu präsentieren, entstanden auf Initiative von Michael von GraffenriedExterner Link vor fast 30 Jahren die Swiss Press Photo AwardsExterner Link.
Die Gewinner 2019 wurden am 24. April an einer Preisverleihung in der Schweizer Bundesstadt Bern bekanntgegeben. Die Jury wählte sie für ihre unterschiedlichen Ansätze zur Berichterstattung über eine Geschichte aus. Sei es ein Grossbrand in der Stadt Basel, eine St. Nikolausgesellschaft, die ein Gefängnis besucht, oder wie es ist, Bundespräsident der Schweiz zu sein.
Im Gespräch mit dem swissinfo.ch-Journalisten Eduardo Simantob erklärt von Graffenried, wie ein Bild zum Pressefoto des Jahres gekürt wird und wie Profi-Fotografen in der heutigen Welt relevant bleiben können.
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Kultur
Michael von Graffenried zu den Swiss Press Photo Awards
Von Graffenried wurde 1957 in Bern geboren. Schon früh in seiner Karriere zog er die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Seine Bilder von Politikern, die während der Parlamentssitzungen schliefen und in der Nase bohrten, sorgten für einen handfesten Skandal.
Er erweiterte seinen Fokus mit der Veröffentlichung des Bildbands «Swiss Image» Anfang der 1980er-Jahre. Damals gab es in Zürich eine offene Drogenszene. «Vor allem interessiere ich mich für Menschen», sagt von Graffenried.
Gegenüber swissinfo.ch-Chefredaktorin Larissa M. Bieler erzählt er, wie dies zu seiner Fotoreportage mit dem Titel «COCAINELOVE» führte.
Für seine bekannteste Arbeit reiste von Graffenried unzählige Mal nach Algerien. Während mehr als einem Jahrzehnt dokumentierte der Schweizer Fotograf den dortigen Bürgerkrieg der 1990er-Jahre.
Er machte auch dann weiter, als alle anderen ausländischen Reporter das Land verlassen hatten. Oft wählte er den unüblichen Ansatz, Bilder mit seiner Kamera diskret auf Brusthöhe zu fotografieren.
Wenn er über die Gewinner der diesjährigen Swiss Press Photo Awards nachdenkt, erklärt von Graffenried, ein Teil dessen, was den Profi vom Amateur unterscheide, sei die harte Arbeit des Fotografen, bevor ein einzigartiger Moment eingefroren werde – sei es bei der Bewältigung von Kriegen, Naturkatastrophen oder dass man zuerst das Vertrauen der porträtierten Menschen gewinnen müsse.
Zudem sei der Kontext zentral, um mit einer Fotografie den Betrachter in eine andere Realität zu versetzen und seine Überzeugungen und Wahrnehmungen in Frage zu stellen.
Bei den Swiss Press Photo Awards gibt es 18 Preisträger, die in sechs Kategorien unterteilt sind: Aktualität, Alltag, Schweizer Geschichten, Porträt, Sport und Ausland.
Die Swiss Press Photo Awards wurden 1991 auf Initiative von Michael von Graffenried ins Leben gerufen. Der renommierte Schweizer Fotograf ist ein Spross jener Familie, die damals den Medienkonzern Espace Media Groupe besass. Diese war Schirmherrin der Swiss Press Awards, bis sie 2008 von der Tamedia übernommen wurde. Daraufhin gründeten Michaels Vater Charles von Graffenried und der Industrielle Erwin Reinhardt die Stiftung Reinhardt von Graffenried, die seither die Awards auslobt.
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Kultur
Die besten Pressefotografen
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Die Jury der Fondation Reinhardt von Graffenried hat die besten Pressefotografen des Jahres 2018 nominiert.
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