Neue Galerie für zeitgenössische Schweizer Fotografie eröffnet
Im Volkarthaus in Winterthur ist die ‘Coalmine Fotogalerie’ in Betrieb genommen worden, die sich ausschliesslich der zeitgenössischen Schweizer Fotografie widmet. Die erste Ausstellung zeigt bis am 20. April 2000 Fotografien von Thomas Flechtner.
Im Volkarthaus in Winterthur ist mit der Bilderschau von Thomas Flechtner die ‘Coalmine Fotogalerie’ in Betrieb genommen worden, die sich ausschliesslich der zeitgenössischen Schweizer Fotografie widmet. Initiiert wurde das Projekt von der Volkartstiftung.
Im ehemaligen Kohlenkeller des Volkarthauses sollen drei Ausstellung pro Jahr Einblicke in das Kunstschaffen von jüngeren Schweizer Fotografen und Fotografinnen gewähren. Gleichenorts finden seit geraumer Zeit auch wöchentliche Literaturlesungen unter dem Motto “Coalmine-BookBar” statt.
Für den Inhalt der Ausstellungen sind Urs Stahel, Mitbegründer und Direktor des Fotomuseums Winterthur, und Walter Keller vom Scalo Verlag verantwortlich.
Stadt- und Wanderbilder
Den Start macht mit Thomas Flechtner ein Fotograf, der in Winterthur aufgewachsen ist. Der 1961 geborene Künstler zählt zum hoffnungsvollen Nachwuchs in der Schweizer Fotoszene und ist bereits mit verschiedenen Preisen (zum Beispiel Kodak Award) und Stipendien ausgezeichnet worden.
Flechtner stellt Arbeiten aus La Chaux-de-Fonds und von Wanderungen aus. Die Serie “Colder” zeigt die Jura-Stadt auf eine faszinierende Weise, so wie sie das menschliche Auge nicht imstande ist zu sehen. Mit einer Grossformatkamera hat Flechtner im tiefsten Winter und bei Nacht die Stadt mit Langzeitaufnahmen fixiert.
Dem Künstler gelingt es mit dieser Methode, die Nacht zum Tag zu machen. Anders als das menschliche Auge vermag fotografisches Material das Licht zu addieren und ignoriert bewegte Gegenstände, sofern diese nicht beleuchtet sind. Das macht Flechtners Bilder zu menschenleeren, kalten Objektstudien, die von ihrer eigenartigen (Neon-)Ausstrahlung leben.
Bilder ohne Dynamik
Selbst die Lichtstreifen von Automobilen hat Flechtner aus seinem Werk verbannt. Dazu hat er das Objektiv vor Licht geschützt bis die Autos vorbeigefahren waren. So blieben seine Stadtlandschaften vor jedem dynamischen Einfluss geschützt.
“Walks” sind zwei grossformatige Bilder, die lediglich Spuren von einsamen Nachtwanderungen zeigen. Einmal sind es Lichtspuren, die einen Weg durch den Schnee zeigen, das andere Mal sind in einer Hügellandschaft deutlich Skiabdrücke zu sehen. Beide Aufnahmen sind inszeniert und von starker Aussagekraft.
Die Ausstellung dauert bis am 20. April (Di-Fr 12-17 Uhr).
SRI und Agenturen
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