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Presseschau vom 04.09.2003

Die Schweizer Zeitungen beschäftigen sich einmal mehr mit der Grossmacht USA: Sie beeinflussen die Wirtschaft wie auch die Weltpolitik in Irak und Israel und den Palästinensergebieten.

Daneben gibts die alte linke Wochenzeitung in neuem Kleid.

Die BERNER ZEITUNG thematisiert das Hoch der Börsen, auch der Schweizer Börse. Doch ortet die Kommentatorin auch Probleme:

«Das schwache Wachstum der Volkswirtschaften Europas ist enttäuschend. Der Kontinent leidet zudem an hoher Arbeitslosigkeit. Die Schwäche ist auch gefährlich. Denn die Welt ist allzu abhängig von den USA.»

Der US-Aufschwung sei leider nicht so gesund, wie er wirke, so die BZ weiter:

«Wir können den Amerikanern nur Glück wünschen, ihr Wachstum auf Pump möge nachhaltig sein (…). Wenn nicht, müssen wir uns doch noch selber aus dem Sumpf ziehen.»

Taten gefordert

Der TAGES-ANZEIGER thematisiert den Machtkampf zwischen Palästinenserpräsident Arafat und Regierungschef Abbas. Seit dem Gipfel, bei dem der Grundstein für den Friedensfahrplan zwischen Israel und Palästina gelegt wurde, habe sich in der Region nicht viel verändert, konstatiert der TAGI:

«Beide Seiten hatten zwar Ja gesagt zum Friedensplan. Sie handeln aber, als hätten sie ein Nein hinterher geschoben. (…) Bush muss einsehen, dass er seinem perfekt inszenierten Gipfel Taten folgen lassen muss. Wenn Israel und Palästinenser sich vor dem Friedensplan drücken, sollen eben Nato-Truppen dessen Umsetzung beaufsichtigen.»

Weitere Hiobsbotschaften programmiert

Die USA streben eine neue Irak-Resolution an, sie wollen mehr Länder in ihre Koalition einbetten. Wie das alles aussehen soll, ist noch offen.

Salopp titelt die NEUE LUZERNER ZEITUNG: «Lieber Blauhelme statt ein blaues Auge.»

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG gibt noch wenig Antworten, die zentrale Frage bleibt im Raum stehen: «Grössere Rolle für die Weltorganisation in Bagdad?»

Skeptisch ist da auch LE TEMPS. In der Karikatur ist Präsident Bush zu sehen, der fieberhaft versucht, früher fort geworfene Papierschnipsel wieder zusammenzusetzen: Die Vereinigten Nationen.

Der Berner BUND nennt die Rückkehr Bushs zur UNO einen «Canossa-Gang»:

«Das US-Imperium beginnt sich zu überdehnen, das Abenteuer Irak scheint die militärischen und finanziellen Ressourcen der Hypermacht zu überfordern.»

Wie auch immer die Entwicklung weiter geht, der BUND bleibt pessimistisch. Man müsse «aus Irak wohl noch mit mancher Hiobsbotschaft rechnen – UNO hin oder her».

Die Linke in neuem Kleid

Und da war am Donnerstagmorgen noch etwas Neues im Zeitungsstapel: Die WOZ, die linke Deutschschweizer Wochenzeitung, in neuem Kleid. Mit mehr Wirtschaft, Wissenschaft und neu auch Lifestile.

Immer wieder am Rand des finanziellen Abgrunds gibt es sie weiterhin – nach über zwanzig Jahren. Finanziert haben den Relaunch gemäss Angaben der WOZ 400 LeserInnen durch den Erwerb von Partizipationsscheinen im Wert von 650’000 Franken.

Alles hat aber nicht geändert, wie das WOZ-Kollektiv betont:

«Die WOZ gehört denjenigen, die sie machen – eine in der heutigen Medienlandschaft einmalige Grundvoraussetzung für publizistische Freiheit.»

swissinfo, Eva Herrmann

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