The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Presseschau vom 06.08.2003

Die Schweizer Zeitungen befassen sich am Mittwoch mit der Jugendgewalt, die zum Wahlkampfthema wird.

Ebenfalls Platz in der Schweizer Presse finden die überraschend positiven Zahlen bei der Credit Suisse und der Auftakt des Filmfestivals Locarno.

Auch wenn sich die CVP mit der zunehmenden Jugendgewalt nun im Wahlkampf profilieren wolle, wie das andere Parteien kritisieren, das Problem sei ernst, heisst es in der NEUEN LUZERNER ZEITUNG.

Das von der CVP vorgelegte Papier «Stopp der Jugendgewalt» sei jedoch nichts anderes als eine Ansammlung altbekannter Erziehungs-Rezepte, basierend auf einem traditionellen und überholten Familienbild, bemängelt die NLZ weiter:

«Nette, kernige Sätze also nach dem Motto ‚Seid nett zueinander‘. Dem Problem wird damit kaum beizukommen sein. Da ist vom revidierten Waffengesetz oder einem härteren Vorgehen gegen Hooligans bedeutend mehr zu erhoffen.»

Die AARGAUER ZEITUNG nimmt den CVP-Leitfaden zum Anlass, über gute Erziehung nachzugrübeln. Gute Erziehung sei eine psychisch und physisch gewaltlose Erziehung, was zu einem gesunden Selbstwertgefühl führe. Nur, so das Blatt weiter:

«Was so einfach und logisch klingt, erweist sich in der Praxis als komplexes Vorhaben. Alltagsprobleme zehren an den Kräften der Eltern, der Druck am Arbeitsplatz steigt stetig, beide Eltern müssen arbeiten.»

Das Boulevard-Blatt BLICK sieht im CVP-Ratgeber gegen das «brandheisse Thema Jugendgewalt» viel Positives. Man könne sich inspirieren lassen – kostenlos:

«Dem Bürger nützt das mehr als der lächerliche Ruf nach einem Rücktritt des Gesamtbundesrates oder als ein provokatives Deiss-geht-Baden-Plakat.»

Die Wende zum Besseren?

Noch im letzten Jahr schrieb sie tiefrote Zahlen: Die Credit Suisse Group. Nun weist sie für das zweite Quartal einen Milliardengewinn vor.

«Credit Suisse meldet sich zurück», titelt der Zürcher TAGES-ANZEIGER, und die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG schreibt: «Die CSG schafft die Wende zum Besseren.»

Für die BERNER ZEITUNG ist das «erneute Comeback» der CS vor allem dem Duo Grübel/Mack zu verdanken:

«Sie haben das Schicksal der CSG nicht den Märkten überlassen, sondern rigoros und schmerzhaft die Strukturen angepasst und Personal abgebaut, damit das Unternehmen auch bei tieferen Erträgen Gewinn machen kann.»

Innert Jahresfrist habe die CS den Personalaufwand um 2,2 Mrd. Franken gedrückt. Seit Ende 2002 habe der Konzern weltweit 6000 Stellen abgebaut, 1000 davon in der Schweiz. Fazit für den Berner BUND:

«Für die Arbeitnehmer ist es ernüchternd. Denn auch wenn der Aufschwung kommt, heisst das: Die Stellen bleiben rar, die Löhne moderat, die Versprechen der Pensionskassen vorsichtig.»

Auftakt zum Filmfestival Locarno 2003

Es ist wieder einmal soweit: Das grösste Filmfestival der Schweiz öffnet seine Tore. Punkto Publikum sei das Festival zwar der grösste Kulturanlass der Schweiz, so die BASLER ZEITUNG, aber:

«Im Wettkampf mit dem Konkurrenz-Festival in Venedig haben die Festivalmacher am Langensee viel an Terrain verloren. Fehlt es an Kampfgeist? Mangelt es an Verhandlungsgeschick?»

Für einmal sollten und könnten die Tessiner all ihre lokalen Probleme vergessen, heisst es im Zürcher TAGES-ANZEIGER unter dem Titel: «Das Tessin lüftet durch.»

Für einmal prägten nicht die endlosen Auseinandersetzungen um die kantonale Kehrichtverbrennungsanlage die Schlagzeilen, sondern die Namen engagierter Filmemacher aus allen Kontinenten:

«Wie gut, dass das Tessin mit dem Filmfestival ein Fenster zur Welt hat. Und wie schade, dass dieses nur so kurz offen bleibt.»

swissinfo, Gaby Ochsenbein

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft