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Presseschau vom 07.07.2003

Tennisprofi Roger Federer gewann als erster Schweizer auf dem heiligen Rasen von Wimbledon. Die Kommentatoren stimmen Lobeshymnen an.

Ein weiteres Thema sind ferner die Selbstmord-Anschläge von Tschetscheninnen in Moskau.

«Dieser Kuss ist Gold wert»,

titelt die BERNER ZEITUNG. Wie fast alle Montags-Ausgaben ziert ein grosses farbiges Bild die BZ-Front, das den 21-jährigen Basler zeigt, wie er mit geschlossenen Augen seine Lippen an den goldenen Sieger-Pokal presst.

Der TAGES-ANZEIGER freut sich:

«Ein Champion ist geboren»,

Solches Tennis erster Güte hätten viele noch nie gesehen:

«Fantasievoll, effizient, zauberhaft.»

Emotionen kommen an

Aber nicht nur die Leistung auf dem Rasen gefiel dem TAGI, auch Federers Emotionen nach seinem Sieg:

«Das bescheidene Auftreten des Schweizers und seine Tränen nach dem Final zeigten aber auch, dass er sich als Mensch nicht verändert hat, dass es möglich ist, auch im Erfolg normal zu bleiben.»

«Ein Genie verändert die Tenniswelt»,

konstatiert die BASLER ZEITUNG, und für die AARGAUER ZEITUNG ist das neue Schweizer Sport-Aushängeschild

«einer der ganz Grossen».

BLICK krönt den ersten Schweizer Sieger auf dem noblen Londoner Rasen kurzerhand zum

«King Roger I. – König Roger dem Ersten.»

Nirgendwo sei ein Sieg schöner als in Wimbledon, nirgendwo sei er bedeutender.»

Wie Ferdi Kübler

«Sympathischer Champion»,

schreibt der BUND, und vergleicht den Stellenwert seines Wimbledon-Erfolgs mit dem Sieg Ferdi Küblers in der Tour de France 1950.

«Mit Superlativen soll man vorsichtig umgehen, doch der Baselbieter dürfte der zurzeit begabteste Tennisprofi überhaupt sein.»

Gerade weil er auf dem Platz über eine Vielzahl von Möglichkeiten verfüge, habe es bei Federer etwas länger gedauert, bis alle Teile seines Erfolgspuzzles zusammenpassten. Dies im Unterschied zu Spielern, die über eine eindimensionalere Spielweise verfügten, so der BUND weiter.

Jetzt Boom?

Trotz Siegestaumel geht der Blick der Kommentatoren aber auch in die Zukunft: Die BZ erinnert den nationalen Tennisverband, dass er nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen dürfe.

«Es geht darum, den Boom, den Federer mit seinem jüngsten Erfolg vor allem bei den Jungen auslösen dürfte, auch für den Breitensport Tennis zu nutzen.»

Der BUND hegt da nicht allzu grosse Hoffnungen:

«Erstens fehlt hier der Nährboden für eine ‚Roger-Mania‘, zweitens ist das Freizeit-Angebot viel grösser als früher»,

und drittens hätten Federers Erfolge bereits in den letzten Jahren zu einem leichten Anstieg im Juniorenbereich geführt.

Vom fröhlichen Feiern in London nach Moskau. Die schweren Bombenattentate von Tschetscheninnen vom Samstag zeigen dem BUND eines:

«Putin ist gescheitert».

Der russische Präsident habe mit seiner harten Hand in der Kaukasusrepublik Schiffbruch erlitten. Ursache des Konflikts sei der regionale Separatismus, und nicht internationaler Terrorismus, wie von Putin immer wieder betont.

Westen macht sich mitschuldig

«Das will auch der Westen nicht sehen und macht sich so am russischen Staatsterror mitschuldig.»

Die BASLER ZEITUNG kreidet ebenfalls Putins Schuldzuweisung an den «internationalen Terrorismus» an. Solange seine Todesschwadrone in Tschetschenien weiter wüteten,

«sorgen sie für einen nicht versiegenden Nachschub an Rebellen und jungen Mädchen, die bereit sind, sich Sprengstoff um den Leib zu binden und sich und Unbeteiligte in die Luft zu sprengen.»

swissinfo, Renat Künzi

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