The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Presseschau vom 16.08.2003

Angesichts des Strom-Chaos in den USA und Kanada stellt sich die Frage, ob solches auch bei uns geschehen könnte.

Die Schweizer Presselandschaft beleuchtet dieses Thema aus den verschiedensten Blickwickeln.

«Wann gehen bei uns die Lichter aus?» fragt der BLICK. Eine Antwort bleibt er uns allerdings schuldig. Aber, was in den USA passiert sei, sei jederzeit auch bei uns möglich. Und dann?

«Gute Nacht, Schweiz!» meint das Boulevard-Blatt und lässt Heini Glauser, Präsident von Greenpeace Schweiz zu Wort kommen: Die europäischen Stromnetze seien im nicht liberalisierten Strommarkt noch sicherer gewesen. Überall wo liberalisiert werde, würden die Investitionen in die Netze und die Sicherheitsmassnahmen stark vernachlässigt.

Der Berner BUND lässt Bill Clintons früheren Energieminister erklären, dass sich das Stromnetz in den USA auf Dritte-Welt-Niveau befinde.

Liberalisierung ist also nicht der Weisheit letzter Schluss, denn: «Zuweilen muss der Staat Aufgaben erfüllen, für die der Markt blind ist».

Niemand könne an der Garantie des Funktionierens essentieller Infrastruktur interessierter sein, als die Marktteilnehmer selbst, meint der BUND weiter.

«Denn das Versagen kritischer Systeme verursacht nicht nur Unbehagen, sondern kostet bares Geld.»

Die BASLER ZEITUNG schreibt: » ‚Strom ist Leben‘ haben wir aus der Werbung gelernt, und selten hat sich Reklame so knallhart als richtig erwiesen.»

Weiter ist die BAZ überzeugt, dass was auch immer an Bedrohungs-Szenarien erdacht werden könne, existiere.

«Die Terroranfälligkeit ist gegeben. Politische und wirtschaftliche Grossintrigen sind möglich. Menschliches Versagen wird nie ausgeschlossen werden können.»

Das BAZ-Fazit: «Totale Sicherheit ist Fiktion der Jetztzeit und der starken Männer.»

Grenzen werden auch für den TAGES ANZEIGER sichtbar: «Auf vieles, was wir für gesichert hielten, ist kein Verlass mehr. So etwas verunsichert, beunruhigt.»

Der TAGI weiter: «Im Sport lieben wir ja die Rekorde. Bei Klimaphänomenen, Katastrophen und Konkursen hinterlassen sie einen Hauch von Weltuntergangsstimmung.» Meint der TAGI weiter und stellt gleich weitere Fragen:

«Warum ist die Welt nicht mehr, wie sie war? Bestraft jetzt etwa die Natur den Übermut der technischen Zivilisationen?»

«Nein, nein», wird da gleich abgewiegelt: «Die Natur ist schon mit ganz anderen Katastrophen fertig geworden als mit unsereins. Sie hat Zeit, viel mehr Zeit als die Menschen. Sie ist nicht auf uns angewiesen. Aber wir auf sie. Darum müssen wir gut sein zu ihr. Aus purem Egoismus.»

swissinfo, Etienne Strebel

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft