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Presseschau vom 18.08.2003

Sind die Geiseln frei? Das ist die Frage des Tages nach Hinweisen, dass das Sahara-Drama vor dem Durchbruch steht.

Thematisiert werden auch die Sabotageakte in Irak und die durchzogene Bilanz des Filmfestivals von Locarno.

Endlich dürften die Angehörigen hoffen, schreibt der BLICK, denn noch nie seien die Chancen für eine Freilassung der Sahara-Touristen so gut gewesen:

«Im Geisel-Krimi wird das letzte Kapitel geschrieben. Rückt das Happy-End endlich näher? Gestern Abend wurde bereits die Freilassung der 14 Sahara-Touristen gemeldet. Doch dann dämpften Dementis die Hoffnungen.»

Trotz dieser Dementis gibt sich die BASLER ZEITUNG zuversichtlich, dass die Geiseln im Laufe des Montags freikommen.

Nur dank Lösegeld

Die Genfer Zeitung LE TEMPS betont die grosse Diskretion der Schweizer Behörden, um die Rückkehr der vier einheimischen Geiseln nicht zu gefährden:

«Grande prudence de Berne au sujet des quatre otages suisses.»

Die Freilassung – so sie denn definitiv werde – schreibt die AARGAUER ZEITUNG, sei nur dank einer Lösegeldzahlung in unbekannter Millionenhöhe möglich geworden. Womit sich die Frage stelle:

«Soll, darf der Staat Lösegelder an Terroristen zahlen? Darf sich ein Staat erpressen lassen?»

Nach Ansicht der NEUEN LUZERNER ZEITUNG ist der machtpolitische Kontext der Geiselnahme viel zu komplex und zu vielschichtig, als dass man das Drama nur auf das Lösegeld reduzieren sollte, denn daneben gebe es eine ganze Reihe von Fragen, die wesentlich entscheidender seien:

«Wer steht hinter den Entführern, welche Fäden ziehen die algerische Armee und Regierung, welchen Part haben die malischen Behörden und lokalen Chefs übernommen, welche Rolle spielt Libyens Machthaber Ghadafi?»

Prekäre Sicherheitslage in Irak



«Nation building» sei auch unter relativ «normalen» Besetzungsverhältnissen ein schwieriges Unterfangen, schreibt der Berner BUND. In Irak sei die Lage aber alles andere als stabil, denn:

«Der gut organisierte Widerstand mehrerer obskurer, unabhängig operierender Gruppen ist ungebrochen. Und er nimmt bedrohliche Dimensionen an, wie die jüngsten Sabotageakte und der Anschlag auf die jordanische Botschaft vor zehn Tagen zeigen.»

Auch die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG sieht schwarz:

«Sabotageakte erschüttern die Hoffnung auf Frieden».

Irène Bignardis Handschrift



Das jüngste Filmfestival von Locarno wird von den Kommentatoren unterschiedlich bewertet. Meteorologisch gesehen sei es eine der heissesten Ausgaben gewesen, heisst es etwa, aber es habe an Inhalt gefehlt. Nach Ansicht der BERNER ZEITUNG, BZ, wollte es die künstlerische Direktorin «zu vielen Recht machen»:

«Die Piazza war unglücklich programmiert. Es fehlte nicht nur eine grosse Hollywood-Produktion, Überraschungen wie etwas 2001 mit ‚Lagaan‘ blieben aus.»

Noch kritischer tönt es im Zürcher TAGES-ANZEIGER. Es dürfe nicht sein, dass der grösste Kulturanlass der Schweiz zu einem «gesichtslosen Massen-Event» verkomme:

«Am Lago Maggiore muss man durch bewusste Auswahl und Beschränkung wieder zu einem klaren künstlerischen Profil finden.»

swissinfo, Monika Lüthi

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