Presseschau vom 20.06.2003
Das Verteidigungs-Ministerium steht in den Schlagzeilen wegen Bestechung und Frühpensionierungen.
Der Pilotenstreit bei der Swiss hält die Diskussion um die Schweizer Airline in Gang.
Das Departement von Bundesrat Samuel Schmid wird von zwei Skandalen gleichzeitig erschüttert.
Die Frühpensionierungs-Affäre hat zur vorzeitigen Ablösung von Jacques Dousse geführt.
Vorzeitige Ablösung
«Chef Heer wird vorzeitig abgelöst», schreibt der TAGES-ANZEIGER. Und: «Bundesrat Samuel Schmid trennt sich von seinem zweithöchsten General. Dem Vernehmen nach auch, weil er Verantwortung für zu generöse Frühpensionierungen trägt.»
Daneben erschüttert ein weiterer Skandal das Departement. Dabei geht es um mögliche Bestechung.
Dazu der TAGI: «Am Wochenende sei noch von Vorabklärungen die Rede gewesen, doch mittlerweile hat die Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eröffnet.»
Geschasster General
Auch der BLICK schlachtet die Skandale im Verteidigungs-Ministerium auf der Titelseite aus. «Schmid schasst General», schreibt das Boulevard-Blatt.
Und: «Schluss für Dousse! Bundesrat Samuel Schmid greift im Pensionierungs-Skandal knallhart durch.»
Die Zeitung fragt sich: «Hält Schmid das auch durch? Der Widerstand der Generäle wird nicht auf sich warten lassen. Darauf kann man jetzt schon wetten.»
Königsopfer
Laut der BERNER ZEITUNG nimmt die Pensionierungs-Affäre immer groteskere Züge an.
«Mit dem ‚Königsopfer‘ gelingt Schmid ein doppelter Streich: erstens entschärft er die Pensionierungs-Affäre, und zweitens muss er sich nicht mit zwei Chefs Heer rumschlagen.»
Laut der BZ will der Bundesrat noch vor den Sommerferien den Neuen präsentieren, der wohl eine Zeit lang mit Dousse hätte zusammenarbeiten müssen.
Swiss kommt nicht zur Ruhe
Die Entlassung von 169 ehemaligen Crossair-Piloten war widerrechtlich, befand das Basler Schiedsgericht.
Dies dürfte kostspielige Konsequenzen für die krisengeschüttelte Airline Swiss haben.
«Geprügelte Swiss-Führung», bemitleidet der BLICK die Airline. Und: «Sie hat gegen die kampfeslustigen Ex-Crossair-Piloten schon wieder verloren.»
Kamikaze im Cockpit
Der Kommentar der AARGAUER ZEITUNG: «Ist unsere nationale Airline verhext? Es scheint fast so. Donnern jetzt ausgerechnet die Vertrauenspersonen im Cockpit die Swiss an die Wand wie Kamikaze?»
Piloten sollen zur Vernunft kommen
Die BERNER ZEITUNG fordert: «Piloten, lenkt ein». Und: «Für die Swiss ist das Urteil des Schiedsgerichts verheerend», so die Zeitung.
Das Fazit der BZ: «Wenn die Piloten den dringenden Handlungsbedarf nicht einsehen wollen, sägen sie an dem Ast, auf dem sie sitzen. Lenken sie nicht ein, gefährden sie das Überleben der Swiss und laufen Gefahr, alle ihren Job zu verlieren.»
Kein Sonderstatus
Die BASLER ZEITUNG sieht es anderes: «Kein Sonderstatus für die Swiss», titelt sie auf Seite 1.
«Die Manager der nationalen Airline haben offensichtlich ernsthaft geglaubt, die Swiss vertrete besondere hoheitliche Interessen und könne deshalb im Zweifel auch geltendes Recht ignorieren. Das Basler Schiedsgericht hat sie nun eines Besseren belehrt», so die BAZ.
Gemäss dem Urteil müsse Swiss auch bei künftigen Entlassungen bei den Ex-Crossair- und Ex-Swissair-Piloten proportional abbauen.
Enges Korsett
«Ein viel zu enges Korsett», kommentiert der TAGES-ANZEIGER. Und: «Jeder einzelne Franken ist für das Überleben der Swiss wichtig, denn das Wasser steht ihr bis zum Hals. Der Schiedsspruch im Pilotenstreit hat den Pegel noch mal ansteigen lassen.»
Das Fazit des TAGIS: «Die Swiss und ihre zwei Pilotenkorps haben jetzt gemeinsame Lösungen zu finden. Schmerzlich wird das für alle.»
swissinfo, Elvira Wiegers
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