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Presseschau vom 28.06.2003

Die EM-Spiele 2008 werden auf Basler Rasen gespielt. Der Entscheid des Fussballverbandes hat es auf die Titelseiten geschafft.

Die Berner Medien zeigen zwar Verständnis, aber vor allem Bedauern.

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat am Freitag entschieden, das St. Jakob Stadion in Basel auszubauen, und nicht das Wankdorfstadion in Bern.

Das sogenannte Joggeli soll jetzt nach einem Entwurf des Basler Star-Architekten-Duos Herzog und De Meuron auf über 40’000 Plätze ausgebaut werden.

Basel freut sich

«St. Jakobs-Park als wichtigstes Schweizer Fussballstadion», titelt die BASLER ZEITUNG und freut sich: «Nun also wird der St. Jakob-Park nicht nur als erste Schweizer Arena der Neuzeit in die Geschichte eingehen, sondern als ‚Alpha‘-Stadion die Schweizer Vorzeige-Fussballarena sein. Die ideale Mischung von unbeirrbarem Pioniergeist und rotblauer Dynamik hat (…) jene Grundstimmung geschaffen, auf der sich nun die nächsten Träume realisieren lassen.»

Dem Thema widmet die BAZ eine ganze Seite im ersten Zeitungs-Bund.

Bern bedauert

Weniger überschwänglich kommentieren natürlich die Berner Medien den Entscheid des Fussballverbandes:

«Wankdorf zu teuer: Basel schlägt Bern», titelt die BERNER ZEITUNG, «Ein klarer Fall für Basel», der BUND. Dass beim Entscheid der Kopf übers Herz bestimmte, bezweifelt er aber nicht: «Die Wunschlösung des Fussballverbandes hiess Bern, doch er hatte keine andere Wahl, als sich für Basel zu entscheiden. Das Provisorium im Wankdorf hätte ihn über 11 Millionen Franken gekostet; in Basel bezahlt der SFV 5,25 Millionen Franken für eine definitive Lösung.»

Die BERNER ZEITUNG meint: «Die Empörung in Bern ist gross. Wenn am identitätsstiftenden Mythos Wankdorf gerüttelt wird, reagieren Bernerinnen und Berner äusserst sensibel. Jetzt mit einem Basel-Boykott zu drohen (…), hilft allerdings nicht weiter.»

In Zürich unter «ferner liefen»

Im BLICK, in Zürich herausgegeben, hat es der Stadion-Entscheid nur auf eine hintere Seite des Sport-Bundes geschafft: «Europameisterschaft 2008: Bern ausgebootet», tönt trocken, doch im Text zeigt das Boulevard-Blatt Herz: «Die Bundesstadt weint. Basel ist seit gestern (auch offiziell) Fussball-Hauptstadt der Schweiz.»

Zum selben Schluss kommt auch der TAGES-ANZEIGER, er verweist aber auch auf die Ironie des Schicksals, dass mit SFV-Präsidenten Ralph Zloczover ein Berner den Entscheid gegen die Bundesstadt verkünden musste.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG beschränkt sich darauf, im Sport-Teil die Fakten in gewohnt vollständiger Manier zusammen zu stellen, kommt dann aber zum Schluss: «Der temporäre Ausbau in Bern hätte 14,6 Millionen Franken gekostet, wovon der Löwenanteil auf den SFV gefallen wäre. Fast 15 Millionen für ein paar Euro-Spiele? Das ist Nonsens.»

swissinfo, Philippe Kropf

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