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Presseschau vom 28.07.2003

Ehre für den Mann im gelben Trikot, aber auch mahnende Worte zum Dopingfall im Radsport liefern die Schweizer Montagszeitungen.

Und einmal mehr ist der Wahlkampf Thema, respektive das Sommertheater der Parteien.

«Armstrong zum Fünften», titelt kurz und knapp der BUND. Für die AARGAUER ZEITUNG ists ein «Einzug in den Olymp». Und der BLICK zeigt Lance Armstrong zusammmen mit seinem Sohn, beide natürlich in gelbem Shirt:

«Tour de France: Papa Lance bleibt der Grösste.»

Wegen der späten und knappen Entscheidung sei dieser fünfte Sieg der wertvollste, schreibt der BUND weiter. Und:

«Im Jahr der ‚Centenaire‘ präsentierte sich die Tour de France vital wie lange nicht mehr.»

Dafür mitverantwortlich seien auch die Medien, welche ihre Skepsis gegenüber dem Radsport weitgehend abgelegt hätten:

«Ehemalige Dopingsünder gelten wieder als ‚Helden der Landstrasse‘ – angesichts des gestern bekannt gewordenen Dopingfalles scheint diese Perspektive jedoch in eine Sackgasse zu führen.»

Für den Genfer LE TEMPS war die 100. Tour «le plus beau et le plus passionnant de ces dix dernières années» – die schönste und spannendste der letzten 10 Jahre.

Allerdings: Die Doping-Frage bleibe omnipräsent, wenn auch nur in den Köpfen. Denn darüber sprechen tue man nicht.

Wie auch immer. Die beste Tour könne nicht über die Probleme hinwegtäuschen, so der TAGES-ANZEIGER. Und titelt: «Von der Realität eingeholt.»

Wahlkampf, respektive «Parteiengeplänkel»

In gut drei Monaten sind Parlamentswahlen in der Schweiz. Und verschiedene Parteien und Politiker nutzen die nachrichtenarme Sommerzeit, um in den Medien präsent zu sein.

Bundespräsident Pascal Couchepin sinniert in der AARGAUER ZEITUNG und in LE TEMPS öffentlich über die Regierungszusammensetzung nach den Wahlen. Er habe keine Mühe mit einer Doppelvertretung der Schweizerischen Volkspartei in der Regierung, so Couchepin.

Allerdings sieht die AARGAUER ZEITUNG dabei noch viele offene Fragen. «Vielleicht bleibt darum alles beim Alten – und Couchepins Rolle als Wahlkämpfer für seine Partei wird rasch wieder vergessen.»

«Parteien kämpfen um Wähleraufmerksamkeit», titelt die NEUE LUZERNER ZEITUNG. Zurzeit haben punkto Aktivismus die Christdemokraten mit einer Attacke gegen Bundesrat Leuenberger und die SVP mit einem umstrittenen Inserat die Nase vorn.

Auch für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG ist das Ganze ein «Parteiengeplänkel in der Sommerflaute».

Provoziert wird in diesem sommerlichen Wahlkampf momentan primär mit Plakaten und markigen Worten. In der BERNER ZEITUNG prognostiziert der Politologe Adrian Vatter bereits heute, dass es auch in den noch folgenden Wochen kaum nur ein entscheidendes Wahlkampfthema geben werde. Allerdings ist für ihn klar: «Der Wahlkampf wird noch aggressiver.»

swissinfo, Eva Herrmann

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