Presseschau vom 30.05.2003
Die Schweizer Zeitungen vom Freitag befassen sich mit dem G-8-Gipfel. Die Notabeln zeigen sich in Frankreich, demonstriert wird in der Schweiz.
Viel Beachtung findet auch das Treffen Sharon-Abbas in Jerusalem.
Entwicklungshilfe nicht gekürzt
In Lausanne demonstrierten rund 4000 Personen gegen den G-8-Gipfel. Ein bunter Start zum Protestreigen, sei es gewesen, schreibt die NEUE LUZERNER ZEITUNG poetisch. Daneben befasst sich die Zeitung mit den 4,4 Milliarden Franken Entwicklungshilfe, welche die Schweiz in den kommenden vier Jahren aufwenden will:
«Das muss einfach drinliegen,» schreibt die Zeitung und spricht die Ebbe in der Bundeskasse an, die das grösste Sparpaket aller Zeiten in der Schweiz auslöst:
«Zumindest eine Fortsetzung der Entwicklungs-Zusammenarbeit im bisherigen Rahmen muss, auch in schlechten Zeiten, einfach drinliegen. Gerade weil die internationale Solidarität zerbrechlich ist, darf die Schweiz nicht mit schlechtem Beispiel vorangehen und bei denen sparen, die es am nötigsten haben.»
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Und dann befassen sich noch alle Schweizer Zeitungen mehr oder weniger mit Fussball. Am Mittwochabend ging der Champions-League-Final in Manchester über die Bühne.
Wegen Auffahrt kann man erst heute Freitag darüber befinden. Besser wurde das Gebotene im Old Trafford auch nach zwei Mal darüber schlafen nicht. Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG spricht von der «Kunst der Puppenspieler»:
«Die Kunstformen im europäischen Fussball sind um eine Dimension erweitert worden. Das elfte Finalspiel der Champions League wird nicht als ‚Abwehrschlacht‘ in die Geschichte eingehen, sondern als Verteidigungsarbeit mit artistischen Zügen.»
Selber will es die NZZ nicht so deutlich sagen, was sie vom durch Penaltyschiessen entschiedenen Final hält. Also zitiert sie am Schluss des Artikels die Londoner TIMES, die meint:
«Wir haben befürchtet, dass sogar das Penaltyschiessen torlos endet.»
Swissinfo, Urs Maurer
«Wer sind die beiden sich fremden Menschen, die sich gestern in Jerusalem begegneten?»
fragt die welsche LE TEMPS, und der Zürcher TAGES ANZEIGER spricht vom «Parallelslalom zum Frieden». Nach über zweieinhalb Jahren würden die israelische und die palästinensische Regierungsspitze wieder miteinander reden:
«Ministerpräsident Ariel Sharon trifft sich mit seinem neuen Amtskollegen Mahmoud Abbas. Allein schon diese Tatsache sorgt ausserhalb der Region für fast euphorische Kommentare.»
Auf dem Tisch würde die Roadmap, der Stufenplan zur Schaffung eines unabhängigen Palästinenser-Staates bis zum Jahr 2005 liegen, schreibt der TAGES ANZEIGER. Allein der amerikanische Präsident Bush könne die Umsetzung der Roadmap anstossen:
«Beharrt Bush auf dem Prinzip der Parallelität, das seine Regierung in der Strassenkarte verankert hat, und nimmt er beide Seiten in die Pflicht, springt vielleicht doch ein Funke Hoffnung auf die Region über.»
Für LE TEMPS war das Treffen der beiden Fremden in Jerusalem eben eine Etappe auf dem Weg, nicht mehr und nicht weniger:
«Es ist nicht leicht, den Teufelskreis zu zerschlagen.»
Entwicklungshilfe nicht gekürzt
In Lausanne demonstrierten rund 4000 Personen gegen den G-8-Gipfel. Ein bunter Start zum Protestreigen, sei es gewesen, schrieb die NEUE LUZERNER ZEITUNG poetisch. Doch befasste sich die Zeitung mit den 4,4 Milliarden Franken Entwicklungshilfe, welche die Schweiz in den kommenden vier Jahren aufwenden will:
«Das muss einfach drinliegen,»
schreibt die Zeitung und spricht die Ebbe in der Bundeskasse an, die das grösste Sparpaket aller Zeiten in der Schweiz auslöst:
«Zumindest eine Fortsetzung der Entwicklungs-Zusammenarbeit im bisherigen Rahmen muss, auch in schlechten Zeiten, einfach drinliegen. Gerade weil die internationale Solidarität zerbrechlich ist, darf die Schweiz nicht mit schlechtem Beispiel vorangehen und bei denen sparen, die es am nötigsten haben.»
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Und dann befassen sich noch alle Schweizer Zeitungen mehr oder weniger mit Fussball. Am Mittwochabend ging der Champions-League-Final in Manchester über die Bühne.
Wegen Auffahrt kann man erst heute Freitag darüber befinden. Besser wurde das Gebotene im Old Trafford auch nach zweimal darüber schlafen nicht. Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG spricht von der «Kunst der Puppenspieler»:
«Die Kunstformen im europäischen Fussball sind um eine Dimension erweitert worden. Das elfte Finalspiel der Champions League wird nicht als ‚Abwehrschlacht‘ in die Geschichte eingehen, sondern als Verteidigungsarbeit mit artistischen Zügen.»
Selber will es die NZZ nicht so deutlich sagen, was sie vom durch Penaltyschiessen entschiedenen Final hält. Also zitiert sie am Schluss des Artikels die Londoner TIMES, die meint:
«Wir haben befürchtet, dass sogar das Penaltyschiessen torlos endet.»
Swissinfo, Urs Maurer
«Wer sind die beiden sich fremden Menschen, die sich gestern in Jerusalem begegneten?»
fragt die welsche LE TEMPS, und der Zürcher TAGES ANZEIGER spricht vom «Parallelslalom zum Frieden». Nach über zweieinhalb Jahren würden die israelische und die palästinensische Regierungsspitze wieder miteinander reden:
«Ministerpräsident Ariel Sharon trifft sich mit seinem neuen Amtskollegen Mahmoud Abbas. Allein schon diese Tatsache sorgt ausserhalb der Region für fast euphorische Kommentare.»
Auf dem Tisch würde die Roadmap, der Stufenplan zur Schaffung eines unabhängigen Palästinenser-Staates bis zum Jahr 2005 liegen, schreibt der TAGES ANZEIGER. Allein der amerikanische Präsident Bush könne die Umsetzung der Roadmap anstossen:
«Beharrt Bush auf dem Prinzip der Parallelität, das seine Regierung in der Strassenkarte verankert hat, und nimmt er beide Seiten in die Pflicht, springt vielleicht doch ein Funke Hoffnung auf die Region über.»
Für LE TEMPS war das Treffen der beiden Fremden in Jerusalem eben eine Etappe auf dem Weg, nicht mehr und nicht weniger:
«Es ist nicht leicht, den Teufelskreis zu zerschlagen.»
Entwicklungshilfe nicht gekürzt
In Lausanne demonstrierten rund 4000 Personen gegen den G-8-Gipfel. Ein bunter Start zum Protestreigen, sei es gewesen, schrieb die NEUE LUZERNER ZEITUNG poetisch. Doch befasste sich die Zeitung mit den 4,4 Milliarden Franken Entwicklungshilfe, welche die Schweiz in den kommenden vier Jahren aufwenden will:
«Das muss einfach drinliegen,»
schreibt die Zeitung und spricht die Ebbe in der Bundeskasse an, die das grösste Sparpaket aller Zeiten in der Schweiz auslöst:
«Zumindest eine Fortsetzung der Entwicklungs-Zusammenarbeit im bisherigen Rahmen muss, auch in schlechten Zeiten, einfach drinliegen. Gerade weil die internationale Solidarität zerbrechlich ist, darf die Schweiz nicht mit schlechtem Beispiel vorangehen und bei denen sparen, die es am nötigsten haben.»
0:0
Und dann befassen sich noch alle Schweizer Zeitungen mehr oder weniger mit Fussball. Am Mittwochabend ging der Champions-League-Final in Manchester über die Bühne.
Wegen Auffahrt kann man erst heute Freitag darüber befinden. Besser wurde das Gebotene im Old Trafford auch nach zweimal darüber schlafen nicht. Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG spricht von der «Kunst der Puppenspieler»:
«Die Kunstformen im europäischen Fussball sind um eine Dimension erweitert worden. Das elfte Finalspiel der Champions League wird nicht als ‚Abwehrschlacht‘ in die Geschichte eingehen, sondern als Verteidigungsarbeit mit artistischen Zügen.»
Selber will es die NZZ nicht so deutlich sagen, was sie vom durch Penaltyschiessen entschiedenen Final hält. Also zitiert sie am Schluss des Artikels die Londoner TIMES, die meint:
«Wir haben befürchtet, dass sogar das Penaltyschiessen torlos endet.»
Swissinfo, Urs Maurer
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