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Presseschau vom 31.07.2003

Die darbende Wirtschaft, die Umwelt, das Zusammenleben von Schweizern und Ausländern, das Feuerwerk: Die Schweiz hat Probleme.

Da am 1. August keine Tages-Zeitungen erscheinen, wird der Nationalfeiertag halt einen Tag früher abgehandelt.

«Die Schweiz, wir wissen es spätestens seit dem Grounding der Swissair, hat die Aura des Sonderfalls verloren», meint die AARGAUER ZEITUNG.

«Das gegenwärtige Hauptproblem unseres Landes gründet darin, dass seit 1989 ein neuer Prozess der Anpassung nötig ist, an eine Umwelt, die sich rasch in eine – wie immer – nicht klar vorhersehbare Richtung entwickelt,»

schreibt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG nach einem Exkurs in die Vergangenheit. Dieser Blick zeige aber auch, «dass alle Entscheidungen, die nationale Hoheitsrechte tangieren, erdauert werden müssen».

Schweizer Kreuz im Aufwind

Als «Zwiespältige Rückkehr des Nationalen», betitelt die BASLER ZEITUNG das Verhältnis vieler Schweizer zu den nationalen Symbolen.

«Was den alten Eidgenossen recht war, ist dem modernen Menschen billig. Frisch aufgepeppt bevölkern Schweizer-Kreuz-Trägerinnen und –Träger die Strassen und flanieren gemütlich übers helvetische Parkett.»

Andere fänden die neue Mode übertrieben und gefährlich patriotisch, meint die BAZ weiter. «Die zunehmende Beflaggung der Gegenwart steht aber gleichzeitig auch für eine neue – unter dem Eindruck der SVP-Erfolge erfolgte – Verengung der politischen Horizonte».

Mit dieser Befürchtung steht die BAZ nicht allein: «Eine Schweiz, die nicht ausgrenzt», wünscht sich auch der TAGES ANZEIGER.

«Schliesslich sind ausgerechnet jene, die das Leibchen mit dem Schweizer Kreuz derzeit am erfolgreichsten tragen, die Stars der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft namens Hakan und Murat Yakin oder Ricardo Cabanas, eingebürgerte Ausländer. Und selbst der aktuelle Mister Schweiz heisst nicht Stauffacher, sondern Ismajlovic.»

Für die NEUE LUZERNER ZEITUNG hat in der Schweiz niemand einen Exklusivanspruch auf den einzig «richtigen» Patriotismus. Aber: «Jeder Mensch in diesem Land hat Anspruch auf maximalen Schutz seiner persönlichen Freiheit und Sicherheit. Was nicht zuletzt bedeutet: null Toleranz gegenüber Vandalen und Gewalttätern jeglicher Couleur».

Schweizerpsalm

Mit der Nationalhymne und einem damit verbundenen Weltrekordversuch, der am 1. August den grössten Chor auf dem Wasser zustande bringen will, beschäftigt sich die BERNER ZEITUNG.

«Der Psalm ist rein und tief religiös. Er handelt von der Anwesenheit Gottes in allen Schönheiten und Gefahren der Natur,» schreibt die BZ. Und damit wenigsten die BZ-Leserinnen und –Leser mitsingen können, gibt’s gleich den ganzen Liedtext zum Ausschneiden.

Der Berner BUND kümmert sich um ein Nationalfeiertags-Thema das für viele weit wichtiger als die 1. August-Ansprachen ist: Das Feuerwerk:

«Feuerwerken hat keinen Sinn und macht niemandem Freude – ausser dem Knallenden selbst», lässt eine Feuerwerksgegnerin verlauten.

«Doch gerade darum geht es: um das Kind im Mann. Einmal im Jahr will Biedermann Brandstifter spielen», bringt es ein Feuerwerks-Verrückter auf den Punkt.

swissinfo, Etienne Strebel

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