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Reinhart-Ring geht in die Westschweiz

Die Preisträgerinnen Véronique Mermoud (rechts) und Gisele Sallin. Keystone Archive

Die Westschweizerinnen Véronique Mermoud und Gisèle Sallin haben den Hans-Reinhart-Ring 2003 erhalten, die bedeutendste Auszeichnung im Schweizer Theaterbereich.

Die Schweizerische Gesellschaft für Theater ehrt damit die Gründerinnen des Théatre des Osses in Givisiez im Kanton Freiburg.

Die beiden Frauen hätten dieses Theater seit 1979 gezielt aufgebaut und im Jahr 2002 die Anerkennung als «Centre dramatique fribourgeois» erreicht, erklärte die Gesellschaft bei der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträgerinnen.

Schauspielerin und Regisseurin

Die Schauspielerin Véronique Mermoud stammt aus Genf. Ihre Ausbildung als Schauspielerin erhielt sie am Conservatoire National d’Art Dramatique. Nebst Theaterauftritten in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz wirkte Mermoud auch in mehreren Filmen für das Westschweizer Fernsehen TSR.

1996 übernahm sie die künstlerische Leitung des Théatre des Osses, die sie neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin bis 2001 innehatte. Im Dezember 2002 erhielt Mermoud als Anerkennung ihrer Karriere den Prix de la fête du comedien.

Anerkennung und Finanzen vom Kanton

Gisèle Sallin, die das Théatre des Osses 1979 mit Mermoud gründete, wurde in Freiburg geboren. Am Conservatoire de Fribourg lehrt sie heute Theaterfächer und leitet die Bühne des Théatre des Osses, das am 1. Juli 2002 als «Centre dramatique fribourgeois» anerkannt wurde.

Damit honorierte der Kanton Freiburg die Leistung und den Einsatz der beiden Frauen. Und schloss mit dem Theater einen dreijährigen Partnervertrag ab. Die Subventionen wurden von 350’000 auf 900’000 Franken erhöht.

Das Theatre des Osses liegt vor den Toren Freiburgs, in Givisiez, im Niemandsland neben der Autobahn. Dass es «Théatre des Osses» (Theater der Knochen) heisst, hat damit zu tun, dass das Haus, in dem Mermoud und Sallin ihr Abenteuer begannen, neben einer vorchristlichen Grabstätte lag. Wenn Leute im Dorf das Theater suchten, hiess es jeweils, das sei dort, wo man nach Knochen grabe. Und damit hatte das Theater der beiden Frauen seinen Namen gefunden.

In einer Zeit, in der viele Bühnen unter Finanzproblemen und zu wenig Publikum leiden, machte sich das Théatre des Osses in den letzten Jahren über Freiburg hinaus einen Namen.

Nicht elitär – und auch Kinder begeistern

Véronique Mermoud und Gisèle Sallin setzen auf eigenwillige Produktionen, auf modernes, aber nicht elitäres Theater.

Zudem ist es ihnen ein Anliegen, möglichst auch Jugendliche und Kinder für das Theater zu begeistern. Dies versuchen sie mit dem «Café littéraire pour enfants»: Es bietet den Kindern nicht nur eine Plattform für Texte und Gedichte, sondern sie werden gleich auch noch verköstigt.

Frühere Preisträger

Der Hans-Reinhart-Ring ist die bedeutendste Auszeichnung, die es in der Schweizer Theaterwelt gibt.

Zu den früheren Preisträgern gehören zum Beispiel Annemarie Blanc, Werner Düggelin, Emil, Bruno Ganz, Heinz Spoerli und Gardi Hutter.

Die Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur verleiht den Hans-Reinhart-Ring jährlich für hervorragende Verdienste um das Theater. Der Ring trägt den Namen seines Stifters, des Winterthurer Dichters und Mäzens Hans Reinhart, der von 1880 bis 1963 gelebt hatte.

swissinfo, Rita Emch

Der Hans Reinhart-Ring wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur seit 1957 jährlich vergeben als Anerkennung für hervorragende Verdienste um das Theater in der Schweiz.

Im Gegensatz zu anderen Theater-Auszeichnungen ist er kein «Wanderpreis», sondern wird für jede Verleihung neu hergestellt und geht in den Besitz der ausgezeichneten Personen über.

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