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Renaissance der «Maison blanche» in La Chaux-de-Fonds

"La Maison Blanche" in La Chaux-de-Fonds. Das Haus wurde 1912 von Le Corbusier gebaut. Keystone

"La Maison blanche", "das weisse Haus", wird neu entdeckt. Nicht vom Weissen Haus in Washington ist die Rede, sondern von der "Maison blanche" in La Chaux-de-Fonds (NE), die vom weltberühmten Architekten, Maler und Bildhauer Le Corbusier gebaut wurde.

In La Chaux-de-Fonds erinnert viel an Le Corbusier. Es war seine Geburtstadt, hier hat er gewohnt, gelernt und gebaut. Geboren wurde Le Corbusier – sein frühere Name war Charles-Edouard Jeanneret – am 6. Oktober 1887 als Sohn eines Graveurs und einer Klavierlehrerin.

Er liess sich an der lokalen Kunstgewerbschule zum Graveur ausbilden und erhielt dort erste Gelegenheiten mit Architekten zusammenzuarbeiten und Häuserfassaden zu gestalten. Das weisse Haus war das erste Werk, das er im Jahre 1912 als unabhängiger Schaffender gebaut hatte.

Eigentlich unscheinbar, von vielen Bäumen und Sträuchern fast vollständig verdeckt, steht das Gebäude, das Le Corbusier für seine Eltern errichtet hatte, am Hang, hoch über La Chaux-de-Fonds.

Das weisse Haus zeigt die Einflüsse von Reisen, die Le Corbusier in den Orient und nach Deutschland unternommen hatte. So sind Rundungen vorhanden, wie sie bei Moscheen zu sehen sind, aber auch eckige Elemente, die dem deutschen Fabrikbau nachempfunden sind.

Dieses Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es wechselte mehrmals den Besitzer, wurde einmal von einem «Squatter» besetzt und muss jetzt vor dem drohenden Zerfall gerettet werden. Die «Association Maison blanche» ist seit dem vergangenen November aktiv und umfasst momentan rund 215 Mitglieder.

Ein Ehrenkomitee mit viel Prominenz – darunter auch Stararchitekt Mario Botta – unterstützt die Promotion von Le Corbusier in La Chaux-de-Fonds. Der Verein will jetzt das Haus kaufen und danach soll es durch Studierende renoviert und wissenschaftlich erfasst werden.

Die Renovationsarbeiten dürften nach Schätzungen zwischen 800’000 und einer Million Franken kosten.

Einmal renoviert, soll das Haus der Bevölkerung offen stehen. Zudem sind Gespräche im Gang, dort eine Zweigstelle zur Fondation Le Corbusier in Paris einzurichten.

Le Corbusier, der später in Frankreich lebte, gilt heute als einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Insgesamt realisierte er über 100 Bauten. Typische Merkmale seiner Architektur waren klare Baukörper, Langfenster und ausgewogene Proportionen. Er war auch immer bereit für Experimente und war einer der ersten, der mit Stahlbeton und Eternit arbeitete. 1965 starb der Stararchitekt 78-jährig in Südfrankreich.

Alina Kunz

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