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SP mit Finanz-Problemen

Reto Gamma steht vor einem Finanzloch, das nach ungenannten Quellen sein Vorgänger verschuldet haben soll. Keystone

Die Sozialdemokratische Partei (SP) muss mit einem Defizit von rund 400'000 Franken rechnen. Grund soll ausgerechnet eine Fundraising-Kampagne gewesen sein. Für dieses Debakel wird der eigenmächtig handelnde, ehemalige Generalsekretär verantwortlich gemacht, berichtete die Berner Zeitung (BZ) am Samstag (21.04.).

Statt des budgetierten Verlustes von 60’000 Franken wird die Jahresrechnung der SP mit 400’000 Franken im Minus abschliessen. Der Hauptgrund für diesen seit Jahren grössten Verlust liegt, so SP-Administratorin Therese Fehlmann gegenüber der BZ, in einer Bettelbriefaktion im letzten Oktober. Statt Geld einzubringen, habe sie 300’000 Franken gekostet.

Schwarzer Peter Steiert

Verantwortlich für die missglückte Sammelaktion soll der Ex-Generalsekretär Jean-François Steiert sein, zitiert die BZ ungenannte Quellen in der Geschäftsleitung. Er wird beschuldigt, die Aktion eigenmächtig und unter Missachtung der Reglemente initiiert zu haben. Steiert verteidigte sich in der BZ, er habe nichts Unrechtmässiges getan und die Geschäftsleitung über die Aktion informiert.

Liquiditäts-Engpass

SP-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat bestätigte am Samstag die Grössenordnung des Verlustes, genauere Zahlen will die SP aber erst am 23. Mai, einen Monat vor der Delegierten-Versammlung (DV) der Partei in Luzern veröffentlichen.

Die SP hat aber bereits jetzt ein grosses Geldproblem: «Wir stecken in grossen Liquiditätsschwierigkeiten», sagte Jeannerat. Die Löhne könnten zwar noch bezahlt werden, aber der Finanz-Engpass habe Konsequenzen auf die politische Arbeit. «Wir werden in diesem Jahr bei Kampagnen sehr zurückhaltend agieren müssen», sagte er.

Sanierung geplant

Bereits am kommenden 10. Mai wird sich die SP-Geschäftsleitung mit den Finanzproblemen befassen und Sanierungs-Massnahmen beschliessen. SP-Generalsekretär Reto Gamma sagte, in der Jahresrechnung 2000 würden Altlasten der Vorjahre abgeschrieben, um für die neue Geschäftsleitung eine saubere Ausgangslage zu schaffen.

Die Einnahmen aus dem Fundraising seien in der Tat zu optimistisch eingeschätzt worden. Ein Debakel sei die Aktion aber nicht, da sich erst die Investitionen in der Rechnung niedergeschlagen hätten und weitere Einnahmen zu erwarten seien, ergänzte Gamma.

swissinfo und Agenturen

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