Unruhige Migros
Das Gerangel im obersten Management der Migros um die Nachfolge von Konzernchef Peter Everts wächst sich zu einer handfesten Krise aus. Pierre Arnold, Präsident der Gottlieb- und Adele-Duttweiler-Stiftung, ist mit einem Vermittlungsversuch gescheitert.
Eine solch schwierige Lage im Management habe es bei der Migros in den letzten Jahrzehnten nie gegeben, betonte Arnold in einem Interview mit der «Berner Zeitung» vom Samstag (30.06.). Arnold war von 1984 bis 1991 Präsident der Migros-Verwaltung.
Unruhe seit Anfang April
Seit Everts Anfang April seinen Rücktritt als Konzernchef auf Ende 2001 angekündigt hat, herrscht in der obersten Führungsetage der Migros Unruhe. Zwei gleich starke Blöcke stehen sich gegenüber, wie Konzernleitungs-Mitglied Mario Bonorand unlängst verriet.
Dem Block um Bonorand, Chef der Migros-Tochter Globus, steht eine Fraktion um Konzernchef Everts gegenüber. Bonorand griff letzte Woche in der «SonntagsZeitung» Hotelplan-Chef Claus Niederer und Everts frontal an und wirbelte damit viel Staub auf.
Vermittlung gescheitert
Um die Wogen zu glätten, hatte Arnold bereits am 7. Juni den Auftrag erhalten, zu vermitteln. Als Schiedsrichter habe er in den letzten Wochen mit vielen Leuten gesprochen. Aber er habe nicht erreicht, was er habe erreichen wollen: Frieden nämlich.
Der Stiftungsrat werde sich am kommenden Dienstag zu einer Sitzung treffen und sicher Stellung beziehen, sagte Arnold weiter. Das Gremium werde der Verwaltungs-Delegation einen Brief schreiben. So, wie es jetzt laufe, könne es nicht weitergehen.
swissinfo und Agenturen
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